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kauften und legte thu zu der Apostel Füßen und man gabeinem Jeglichen, was ihm not war.
Die Gemeinde konnte aber nicht lange in ungestörtemFrieden leben; denn die Obersten der Juden zogen die Apostelzur Verantwortung, weil sie den gekreuzigten Jesus als denMessias verkündeten. Die Apostel aber bezeugten von Jesus :Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zumEckstein geworden ist. Es ist in keinem Andern Heil,ist auch kein anderer Name dem Menschen ge-geben, darinnenwir sollen selig werden. Alsdie Obersten des Volkes ihnen geboten, daß sie nicht mehr imNamen Jesu lehren sollten, antworteten sie: Man mußGott mehr gehorchen, als den Menschen. Wirkönnen es ja nicht lassen, zu reden von dem, was wir ge-sehen und gehört haben. Nach diesem Grundsatz predigtensie auch ferner von Jesus und darum brach nun auch dieVerfolgung über die Christen immer heftiger aus. Sie trugaber zur Ausbreitung des Christentums bei; denn die ausJerusalem Vertriebenen verkündigten nun das Evangeliumauch in andern Orten, sodaß sich bald auch in der LandschaftJudäa , in Samaria , ja bis über die Grenzen von Palästinahinaus Christengemeinden bildeten.
102. Der Apostel Paulus. ( 20 )
1. Einige Jahre nach dem Tode Jesu machte sowohl injüdischen als in christlichen Kreisen in Jerusalem ein jungerMann viel von sich reden. Dieser Mann hieß SauI aus demGeschlechte Benjamin. Von jüdischen Eltern in Tarsus , einerrömischen Stadt in Cilicien geboren, kam er nach Ablauf seinerJugendjahre nach Jerusalem , um sich dort zum Schriftge-lehrten auszubilden. Der junge Saul machte rasche Fort-schritte; die Kenntnis der römischen und griechischen Sprache,welch' letzterer er in Wort und Schrift mächtig war, eineteilweise Bildung an der halb römischen halb griechischenKultur, kamen ihm wohl zu statten und bildeten später den