91
ben, Lieben, Hoffen! Wirf sie von dir, die Fesseln trägerGewöhnung, mutloser Schlaffheit, furchtsamer Scheu vor denMenschen und ihrem Gerede, folge der Leitung der innernEottesstimme, folge deinem guten Stern, der dich heißt nach-holen das Versäumte, gut machen das Unrecht, ringen nacheiner gesegneten reifen Frucht des Lebens! Wache auf inneuem Mut, in neuem Vertrauen, in neuer Hoffnung, laßnicht die bange Sorge dich niederdrücken. Der die Vögel desHimmels nährt und die Lilien des Feldes also kleidet, diedoch nicht säen und ernten, nicht spinnen und arbeiten können,sollte er dasselbe nicht auch dir und deinen Kindern tun.Kleingläubiger? Möchte doch der Gott alles Lebens derMenschheit einen neuen Frühling des Geistes geben, ver-scheuchen durch das Licht der Wahrheit die Schatten desIrrtums und der Sünde, zerbrechen die Ketten der Knecht-schaft und alle Menschen führen zur herrlichen Freiheit derEotteskinder, daß neu erglühen alle Herzen voll heiliger Be-geisterung für alles Gute, für die Werke rettender Bruder-liebe, erglühen von heiliger Liebe zu Gott .
(R. Grnbenmann.)
104 . ( 26 )
Und dräut der Winter noch so sehr mit trotzigen Geberden,
Und streut er Eis und Schnee umher, es mutz doch Frühlingwerden.
Und drängen Nebel noch so dicht sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht einmal die Welt zur Wonne.
Blast nur, ihr Stürme, blast mit Macht, mir soll dar obnicht bangen;
Auf leisen Sohlen über Nacht kommt doch der Lenz gegangen.
Da wacht die Erde grünend aus, weist nicht wie ihr geschehen,
Und lacht zum lichten Himmel auf und möcht' vor Lust ver-gehen.
Drum still! Und wie es frieren mag, o Herz gib dich zu-frieden !
Es ist ein großer Maientag der ganzen Welt beschieden.