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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
Entstehung
Seite
97
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S7

Von dem, was Mose erstrebt hatte, ist unter dem VolkeIsrael , das so lange ein Sklavenvolk gewesen war und indem nun Eigensinn, Roheit, wilde Lust nach Freiheit aus-schlaggebend waren, fast alles zugrunde gegangen. Nur derGedanke, daß diese zusammengewürfelte Menge Ein Volksei unter Einem Gott, der blieb haften selbst in Zeitenvölliger Zerfahrenheit, bis er unter Samuel, Saul undDavid wirklich feste Gestalt gewann.

107. Jesus und die Samariterin amIatobsbrunnen. (36)

AIs Jesus einst durch Samarien reiste, kam er in dieNähe der Stadt Sychar. Dort befand sich eine Quelle, welcheeinstmals der Erzvater Jakob gegraben hatte. Es war gegenMittag; müde von seiner Wanderung setzte sich Jesus an desBrunnens Rand. Seine Jünger waren inzwischen in dieStadt gegangen, um Lebensrnittel zu kaufen. Da kam eineFrau, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr:Gibmir zu trinken!" Da entgegnete die Samariterin:Wiemagst du von mir zu trinken verlangen, da doch die Judennicht mit den Samaritern verkehren?" Jesus aber sagte:Wenn du die Gabe Gottes kenntest und wer der ist, der zudir sagt: gib mir zu trinken, so würdest du ihn bitten under dir lebendiges Wasser geben." Sagt die Frau:Herr,du hast keinen Schöpfeimer und der Brunnen ist tief; woherwillst du das lebendige Wasser haben? Bist du mehr alsunser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben hat undtrank daraus, er selbst und seine Söhne und seine Herden?"Ihr antwortete Jesus und sprach:Jeder, der von diesemWasser trinkt, bekommt wieder Durst. Wer aber trinkt vondem Wasser, das ich ihm geben werde, den wird nimmermehrdürsten in Ewigkeit, sondern das Wasser, das ich ihm gebenwerde, wird in ihm ein Quell werden von Wasser, das sprudeltzu ewigem Leben." Da ruft die Frau:Herr, ich merke, daßdu ein Prophet bist. Unsere Vater haben auf diesem Berge

Karl Schweizer, Lesebuch für den Religionsunterricht. 2. Auflage. 7