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ihn Weingärtnern aus und zog über Land. Als die Zeit kam,sandte er einen Knecht zu den Weingärtnern, daß er von ihnenseinen Teil des Ertrages empfange. Sie aber schlugen ihnund schickten ihn leer wieder fort. Der Herr sandte einenandern; den schlugen sie um den Kopf und beschimpften ihn.Einen dritten, den er schickte, töteten sie und so wurden nochviele andere geschlagen oder getötet. Noch hatte er eineneinzigen Sohn, der ihm lieb war. Den sandte er als letztenzu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohnescheuen. Jene aber sagten zu einander: Dies ist der Erbe;kommt, laßt uns ihn töten, so wird das Erbe unser sein. Sonahmen sie ihn, töteten ihn und warfen ihn vor den Wein-berg hinaus. Was wird der Herr des Weinberges tun?Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und denWeinberg andern geben.
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In der Angst der Welt will ich nicht klagen,
Will hier keine Ehrenkrone tragen,
Wo mein Herr die Dornenkrone trug;
Will hier nicht auf Rosenpfaden wallenWo man ihn, den Heiligsten von allen,
An den Stamm des Sünderkreuzes schlug.
Gib mir, Herr, nur für die LebensreiseDeine Wahrheit, die den Weg mir weise,
Und den Geist, der diesen Weg mich führt!
Gib ein Herz, das gern sich führen lasseAuf der graden, schmalen, steilen Straße,
Die dein Heilger Fuß einst selbst berührt.
Mache mich im Glauben immer treuer,
Und des Glaubens Frucht, das heilge FeuerUngefärbter Liebe schenke mir!
Ohne sie könnt ich nicht weiter schreiten;
Zu der Liebe kann nur Liebe leiten,
Sie nur führt mich durch die Welt zu dir.