Buch 
Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
Entstehung
Seite
126
JPEG-Download
 

126

Bedarfs der Bande nicht; wer dieser FlammeMich würdigte, der wird mir Mut verleih'n!"

Und legte still den Mantel ab und bandDie Sohlen seiner Füße los und stiegHinauf zum Scheiterhaufen. Plötzlich schlugDie Flamm' empor, umwehend ringsum ihnGleich einem Segel, das ihn kühlete,

Gleich einem glänzenden Gewölbe, dasDen Edelstein in seine Mitte nahmUnd schöner ihn verklärte; bis ergrimmtIhm eine freche Faust das Herz durchstieß.

Er sank, es floß sein Blut, die Flamm' erlosch,

Und eine weiße Taube flog empor.

Du lachst der weißen Taube? Soll einmalEin Geier dir, dem Sterbenden, die BrustDurchbohren? Dem Gestorbenen das Aug'

Ein Rab ' aushacken? Aus der Asche sichMolch oder Natter winden? Spotte nichtDes Bildes, das die Sage sich erschuf:

Nur Einfalt, Unschuld gibt im Tode Mut. (Herder.)

137. Gott unser Hüter. ( 115 )

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln; erlägert mich auf grünen Auen und führet mich zu stillenWassern. Er erquicket meine Seele und führet mich aufrechter Straße um seines Namens willen. Auch wenn ichwandere im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück. Auch inder Nacht bange ich nicht; denn du bist bei mir, dein Steckenund Stab, sie trösten mich. (Ps. 23.)

Ich hebe meine Augen aus zu den Bergen; von wo kommtmeine Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmelund Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleitenlassen; der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der HüterIsraels schläft noch schlummert nicht. Der Herr behütet dich,er ist dein Schatten zu deiner rechten Hand. Daß dich desTages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.