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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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144. Nabots Weinberg. ( 147 )

Ein tüchtiger, aber rücksichtsloser König im Reiche Israel war Ahab , dessen Gemahlin eine götzendienerische Königs-tochter aus Sidon , namens Jsabel war. Ihr zu Ehren bauteder. König einen Palast mit Elfenbein ausgeschlagen. Un-mittelbar neben dem Palast hatte ein Bewohner der StadtJesrel, namens Nabot, einen Weinberg. Zu ihm sprachAhab eines Tages:Gib mir deinen Weinberg; ich willeinen Garten daraus machen, weil er nahe an meinem Hauseliegt! Je nach deinem Wunsche will ich dir einen bessern gebenoder soviel Silber als er wert ist." Nabot aber antwortete:Das sei ferne von mir, daß ich das Erbe meiner Väter ver-kaufe." AIs sich infolge dieser Antwort Ahab unmutig aufseinem Lager hin und her warf, nichts und nicht trank,sagte die Königin:Wer ist denn eigentlich König in Israel ?Sei guten Mutes, ich will dir den Weinberg verschaffen."

Nun sandte sie Briese mit des Königs Unterschrift undSiegel an die Ältesten der Stadt. Darinnen stand: Rufteinen großen Fest- und Bußtag aus, und stellt Nabot an dieSpitze des Volkes und des Festes; dann laßt zwei lose Bubenvor ihn treten und schwören: Nabot hat Gott und den Königgelästert. Verurteilt ihn, stoßt ihn zur Stadt hinaus undsteinigt ihn! Die Ältesten gehorchten. Nach dem Gesetzedes Blutgerichtes verfiel Nabots Land dem König. So gingJsabel hinein zum König und rief ihm zu:Steh auf;nimm den Weinberg ip Besitz; Nabot ist tot!"

Der Prophet Elias trat mit unerschrockenem Freimutedieser Gottlosigkeit entgegen und verkündete laut den Unter-gang des ganzen königlichen Hauses. Obwohl er vor derRache der Königin fliehen mußte, so ging sein Wort in Er-füllung. Ahab fiel im Kriege mit den Syrern; einer seinerHeerführer ließ die Königin zum Fenster hinauswerfen undfuhr mit dem Streitwagen über sie weg «"d die übrigen An-gehörigen wurden ermordet.