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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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Turm baute er in der Mitte und eine Kelter grub er darin.So hoffte er, daß er Trauben brächte, doch er trug wildeBeeren.

Und nun, ihr Bürger Jerusalems , richtet zwischen mir undmeinem Weinberge! Was war noch an meinem Weinberg zutun, das ich nicht schon an ihm getan? Warum trug er wildeBeeren, da ich auf süße Trauben hoffte? Ich will euch wissenlassen, was ich meinem Weinberg antun werde: seine Zäunewegschaffen, daß er abgeweidet, seine Mauern einreißen, daßer zerstampft werde. Ich will ihm den Garaus machen; nichtsoll er beschnitten und behackt werden, sondern in Dornen undDisteln aufschießen; und den Wolken will ich gebieten, ihnnicht mehr mit Regen zu begießen. Denn der Weinberg Gottesist Israel und die Männer von Iuda sind die Pflanzung seinesErgötzens; und er wartete auf Rechtsspruch und siehe da:Rechtsbruch; auf Gerechtigkeit, und siehe da: Niederträchtigkeit.

Mit Schrecken und Ingrimm verstehen nun die Leute, daßIesaja nicht spaßhafte Lieder singen will, sondern von ihnenredet und müssen hören, wie er mit bitterem Zorne fortfährt:(nun deutlich genug, ohne daß er Namen nennt):

Wehe denen, die Haus an Haus reihen, Feld zu Feldschlagen, bis kein Räum mehr ist, daß ihr allein wohnen bleibtinmitten des Landes! Fürwahr, die vielen Häuser sollen zurWüstenei werden; zehn Iuchart Rebland werden nur mehrEinen Eimer geben und die Aussät von einem Malter nureinen Scheffel.

Wehe denen, die am frühen Morgen ausstehen, um demMeth nachzulaufen, die spät am Abend verweilen, da derWein sie erhitzt! Da gibts Laute und Harfe, Pauke undFlöte bei ihrem Gelage; doch auf Lottes Werk schauen sie nichtund das Tun seiner Hände nehmen sie nicht wahr!

Wehe denen, welche die Missetat ziehen an Stricken derGottlosigkeit und wie an Wagenseilen die Sünde!

Wehe denen, die das Böse gut und das Gute bös nennen,die Finsternis für Licht ausgeben und Licht für Finsternis, diebitter zu süß machen und süß zu bitter!