Liebes Kind, nimm dich deines Vaters an im Alter undbetrübe ihn nicht, so lange er lebt. Und wenn er abnimmt amVerstände, so halte es ihm zu gut und verachte ihn nicht indeiner vollen Kraft. Denn die Schonung, die du deinemVater zuteil werden lässest, wird dir nicht vergessen werden.
Verachte das Alter nicht; denn du gedenkest auch alt zuwerden.
187. Christliche Lebensordnung. (i8?)
Leget die Lügen ab und redet die Wahrheit ein jeder zuseinem Nächsten. Arbeitet und schaffet mit euren Händen, aufdatz ihr dem Dürftigen auch etwas zu geben habt. Lassetkein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen, Bitterkeit,Grimm, Zorn und Lästermäuler seien ferne von euch, sowieauch alle Bosheit. Seid untereinander freundlich, barmherzigund vergebet einander. Wandelt als die Weisen und nichtals die Anweisen. Betrinket euch nicht, woraus ein unordent-liches Wesen folgt.
Ihr Kinder seid gehorsam euren Eltern; denn es ist Gott wohlgefällig. Ihr Eltern reizet eure Kinder nicht zum Zorn,sondern ziehet sie auf in der Zucht und Bermahnung zumHerrn.
Ihr Knechte und Mägde, dienet mit Willigkeit, als Gottund nicht den Menschen zu gefallen und ihr Herren, wisset,datz ihr auch einen Herrn im Himmel habt.
Vergeltet niemandem Böses mit Bösem; befleißigt euchder Ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so haltetmit allen Menschen Frieden. Hungert deinen Feind, so speiseihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das tust, so wirstfeurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Latz dich nicht vomBösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.
Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Wei-nenden. Habt einerlei Sinn untereinander. Seid fröhlichin Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an im Gebet.
(Aus paulimschen Briefen.)