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Samaria und EaIiIäa oder besser noch geographisch inOst- und Westjordanland und das eigentliche Jor dan tal.
1. Das Jordanland.
Der Jordan entspringt in einer Doppelquelle am Her-mon; an Regen und Schnee sind die Schluchten und Gründedieses mächtigen Gebirgsstockes reich, sodasz auch in dertrockensten Jahreszeit der Jordan reichlich Wasser hat. Wieein Gießbach schäumt er in raschem Lause zu Tal und er-gießt sich zunächst in den See Merom, der nur 81 Meterüber Meer liegt. Im Quellgebiet ist die uralte israelitischeGrenzstadt Dan und Cäsarea Philipp i, zur Zeit Jesuein bedeutender Ort. Wie ein wildes Bergwasser jagt derFluß weiter; denn der See Eenezareth, in den er nachkurzer Zeit einmündet, liegt schon 208 Meter unter demMeeresspiegel. Dieser See und seine Umgebung gehörtenzu den schönsten Gegenden der Erde, die Westseite war vonunendlicher Fruchtbarkeit, die Früchte reisten hier mehr alseinmal im Jahr, am Ufer reihte sich Dorf an Dorf, Stadtan Stadt. Die Bevölkerung nährte sich vom Landbau, derFischerei und dem Handel. Der Hauptort war Kaper-naum, am Südende stand die Residenzstadt Tiberias ;an Dörfern sind zu nennen Bethsaida, Chorazin,Magdala — alle am See und der fruchtbaren EbeneEennesar. Vom See Eenezareth aus fließt nun derJordan in ungezählten Krümmungen durch ein 20 Stundenlanges tiefes Tal, das Ghor, das zwischen nackten, steilenFelswänden eingeschlossen, in der Tiefe durch die vielenÜberschwemmungen des Flusses eine ungemein üppige Vege-tation ausweist, in den obern Lagen aber eher einer Wüstegleicht. In alten Zeiten war in diesen Schluchten auch dieTierwelt eine mannigfaltige, Panther und Löwe trieben ihrWesen. Am Ende des Ghor ist Oase und Stadt Jericho .Von alters her war ihr Beiname „Die Palmenstadt"; denn