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Der heilige Gral : Romantisches Gedicht in vierzehn Gesängen / von Emil Zschokke
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JKlbuf ihrer Burg hochragende AltaneTrat sorgenbang die Edelste der Frann,

Um nach dem Sohne auszuschaun,

Ob ihn die Dämmrung nicht zur Heimkehr mahne.Vorn Volk war sie genannt die Herzeleide;

Man kannte sie an ihrem härnen KleideUnd an dem Kreuz der Demuth in der Hand;

Denn Kreuz zu tragen ziemt dem Wittwenstand!

Ihr Auge schweifte über Tannenwipfel.

Die noch des Tages letzter Schimmer bräunt,

Und bis hinauf zum Wall der sehneegen Gipfel,Der rings das hohe Alpenthal umzäunt.

Des Dorfes Herden längst schon heimwärts kehrten;Schon leuchtet da und dort ein Hüttenlicht;

Doch ihren Sohn, den heute schwer Entbehrten,

So weit sie spähen mag, erschaut sie nicht.

Wohl war er oft schon nach der MorgenmetteMit seiner Angelruthe fortgeeilt;

Doch hatt er an des wilden Bergstroms BetteNoch nie so lange, als wie heut verweilt.

Und grade heute hatte er versprochenDem Mütterlein die baldge Wiederkehr,

Und Er, der niemals noch sein Wort gebrochen,Braeh's grad an diesem Tage ach! so schwer.