14
So flammte ob der Sündflut einst dies ZeichenAls Friedensbotschaft in der Menschheit Noth;Auch jetzt erschien'« als Wunder ohne Gleichen,Das dem Verzagten plötzlich Halt gebot.
Er bebt zurück und kann es lang nicht fassen;Stets reicher blüht empor das Zauberlicht;
Stets froher labt es ihn mit Zuversicht:
Es sei ein Gott, der ihn nicht ganz verlassen!
Aprilenmond und junges Herz vertauschenWie schnell oft Regensturm mit Sonnenschein!
Es tönte nun des Todes-Stromes HäuschenVersöhnungsmild in seine Brust hinein.
Die Lüfte «tauchten ihn voll Lust zu klingen,
Und wie er in Entzückung lauscht empor,
Schien aus dem diamantnen StrahlenthorEin leiser Ruf auf ihn herab zu dringen.
Kein Freudenruf; ein Schrei voll Angst und Wehe,Wie man ihn hört in dräuender Gefahr!
Jung Parcival durchforscht die BergeshöheUnd nimmt dort ein lebend’ges Wesen wahr.
Kaum ist in solcher Ferne zu entdecken,
Ob eine Gemse an den Felsen klebt.
Er spannt den Blick und — ha! — erkennt mit SchreckenEs ist ein Mensch, der ob der Tiefe schwebt!
Wo wolkenhoch die nackten Zinnen ragenUnd gäh der AbgrunÄ niederfährt zum Thal,
Da ward er von dem Steingesims getragen,
Das aus der Fluh hervorspringt schroff und schmal.Der Unbekannte, im Begriff zu sinken,
Hat noch als Anker einen Tannenast,
Der ob ihm hieng, mit seiner Hand erfasstUnd schien in Todesangst nach Hüls zu winken.