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Der heilige Gral : Romantisches Gedicht in vierzehn Gesängen / von Emil Zschokke
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Am Thore war die Brücke aufgewimden,

Von hoher Mauerkrone rings gedeckt;

Die Pforte blieb verrammt zu diesen StundenFür Jeden, der nicht erst den Thürmer weckt.

Und ach, wie hätt es ihm die Brust zerrissen,Wenn dort im Hof der treue MelinorNoch einmal winselte zu seinen Füssen,

Noch einmal sprang an seinen Herrn empor!

Nein, lieber todeskühn den Ausgang finden!

Er knüpft ein Seil an einen FensterrandUnd schwebend ob den tiefen, dunkeln GründenGlitt er hinab die steile Felsenwand.

Und nun: »Lebt wohl, ihr alten, edeln Zinnen,Die ihr beschirmtet meiner Kindheit Traum!

Aus meiner Vater Burg zieh ich von hinnen;

Zu eng geworden ist für mich ihr Raum!

Leb wohl, du Garten meiner Jugendspiele,

Denn deine Blumen sind für mich verdorrt!

Mein Trachten geht nach einem schönern Ziele,

Wo Himmelsrosen blühen ewig fort!«

Und von des Hügels letzten StufentrittenStieg er zu Thal. Es war um Mitternacht,

Und drunten in des Dorfs zerstreuten HüttenNoch kein verrätherisches Aug erwacht.

Er flüchtete in Eil aus dieser Nähe,

Als hätt der Boden unter ihm gebrannt,

Und strebte nach der freien Bergeshöhe,

Die finster und gigantisch vor ihm stand.

Zuerst führt noch betretner Pfad nach Oben,Bis er in wirren Klüften sich verlor.

Stets ferner trug der Bach mit dumpfem TobenDer Heimat letzten Scheidegruss empor.