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Der heilige Gral : Romantisches Gedicht in vierzehn Gesängen / von Emil Zschokke
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Pausbäckig; blond gelockt; und wie so kräftigDie kleine, kindlich-trotzige Gestalt!

Obwohl zur Zeit erst wenig Lenze alt,

Erschien er doch schon als Soldat geschäftig.

Zum Exerciren und CommandorufenHat er das rechte Tempo früh erhäscht —

Bis ihn nun seltsam an der Treppe StufenDer fremd Dahergeeilte überrascht.

Er guckte an mit grossem Aug den Rappen;

Solch Wunderthier hat er noch nie geschaut!

Doch schien er weder von dem Ross noch KnappenUnd ihren Eisenpanzern sehr erbaut.

Er sträusste auf der Mütze seine Feder,

Dass sie im Winde flattert hoch und stolz,

Und zog dann unverzagten Muths von Leder,

Doch einen Säbel nur von Tannenholz.

»Was willst Du!« schrie er grimmig: »Fort GeselleIn Sicherheit soll meine Mutter ruhn!

Wer überschreitet dieses Hauses Schwelle,

Eh sie’s gestattet, hat’s mit mir zu thun!«

Das Stimmlein lärmte, dass es Jeder hörte,

Der nicht am Kopfe trug ein taubes Ohr.

Gerade sprengten auf des Knappen FährteDie Reisgenossen aus dem Wald hervor.

Solch Uebermacht, die eine Dame führte,

Erschien dem kleinen Helden allzugross;

Er gab die Abwehr auf und retirirteMit heissen Thränen an der Mutter Schos.

Denn auch die Mutter, die den Schrei vernommen,Voll Angst, dem Kinde sei ein Leid geschehn,

War mit dem Diener eilends hergekommen,

Um für den Schutz des Lieblings einzustehn.