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Die Pflege des Kindes im ersten Lebensalter / In Briefen von Marie Heim-Vögtlin; hrsg. vom Schweizerischen gemeinnützigen Frauenverein
Entstehung
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13
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Kleidchen brauchst Du es auch nicht bis über die Ohren unter dieDecken zu stecken, sondern Du kannst ihm am Tage die Aermchen zufreier Bewegung unbedeckt lassen. Das Kinderbettchen mußt Du sostellen, daß es weder der direkten Luftströmung beim Fenster, noch derZugluft, noch der Ofenhitze ausgesetzt ist. Mahne doch auch DeineNachbarin, daß sie ihr Zimmer nicht so unvernünftig heize, wie armeLeute dies gewöhnlich tun.

Dein Frühlingskindchen kannst Du bei schönem Wetter schon inseinen allerersten Lebenslagen, vor Wind und direkter Sonnenstrahlunggeschützt, stundenlang an die Lust bringen, am besten im Korbwagen.Nur tu« es nie gleich nach dem Bade. Winterkinder kann man seltmvor März zum ersten mal austragen. Sogar halbjährige Kinder sollman bei starkem Frost, Nebel und Wind zu Hause behalten. Ueberausverwerflich ist die Sitte, die Kinder mitten im Winter als erstenAusgang oder Ausfahrt zur Taufe in die Kirche zu bringen. Schonmanches zarte Leben ist durch dieses Wagnis zu Grunde gerichtet worden.Im Sommer sollten die Kleinen, die Schlafzeit nach dem Bad aus-genommen, den ganzen Tag im Freien weilen können. Wäre dies nurauch in dürftigen Verhältnissen möglich! Kannst Du den Wagen angeschützter Stelle im Freien lassen, so ist das Austragen mit derUmständlichkeit der für das Kind so lästigen Toilette natürlich ganzüberflüssig. Das Ausfahren in gut gefedertem Wagen mußt Du nicht vordem fünften Monat anfangen, und dann auch nur auf ganz ebener Straße.Das Schütteln auf dem Pflaster, auf holpriger Straße, beim Nebergangüber die Trottoirrandsteine ist dem empfindlichen kleinen Gehirnschädlich, auch dem Magen. Es kann Kinder zum Brechen, zu un-ruhigem Schlaf, zu nervösen Zuckungen bringen, die früher nie derartigeStörungen gekannt haben. Auch warne ich Dich besonders davor,Dein Kind, wie es so häufig geschieht, aus Bequemlichkeit schon frühim dreirädrigen Wagen zu fahren. Es ist nicht zum Ansehen, wiediese jungen Geschöpfchen, statt von ihrer Ausfahrt Freude und Er-frischung zu genießen, in den unbequemsten Stellungen und besondersim Schlaf herumbaumeln, zu empfindlichem Schaden für Kopf undRücken. Kinder unter zwei Zähren sollten überhaupt in solchen Wage»nicht gefahren werken