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Der Uttwyler Handel von 1644 bis 1696 : ein schweizerisches Geschichtsbild aus dem 17. Jahrhundert : nach Urkunden dargestellt / von J. Haffter
(Pfarrer in Felben)
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müsse; die Reisekosten aber hätten sie zu bezahlen." In Uttwylfürchtete man, daß die Baumaterialien wie in Sirnach heimlichherbeigeschafft würden, und bat Zürich für diesen Fall um Ver-haltungsmaßregeln. Zürich wandte sich an den katholischenVorort Luzern . Dieser erklärte den 12. Dezember 1682, derbeabsichtigte Bau sei nicht wider den Landfrieden, und die evan-gelische Gemeinde Uttwyl könne sich nicht darüber beklagen, dennihre Herrlichkeit, die Aebtissin , habe eine alte Gerechtigkeit, dieKapelle, welche 400 Jahre vor der Reformation und 100 Jahrenachher in gutem Wesen gestanden sei, wieder aufbauen zulassen, um bei ihrer Anwesenheit in Uttwyl darin Gottesdiensthalten zu können und nicht in des Ammanns Haus und unterdem Lärm der Bauern es thun zu müssen, was ihr oft frevel-haft widersprochen worden sei. Zürich verlangte zur Beant-wortung dieses Schreibens genaue Auskunft über diese Kapellevom Pfarrer von Uttwyl. Die Antwort vom 26. Dezember1682 lautete: „Die einst neben einander gestandene Kirche undKapelle seien früher Eigenthum der Gemeinde gewesen; seit derReformation habe die Kapelle leer und ununterhaltcn dagestanden,ohne Fenster, ohne Altar und ewiges Licht, laut früherer Dar-stellung von 1644. Nur Grabgeräthschaften seien darin auf-bewahrt worden. Um alles päpstliche Wesen aufzuheben, habeseiner Zeit die Gemeinde den Wachszins und Opferwein rc.beim Kloster abgelöst. Weil die Aebtissin nur einmal desJahres nach Uttwyl komme, so sei der Wiederaufbau der Kapellekeine Nothwendigkeit für sie und ihre Ordensschwestern; die hartan die Landstraße wieder erbaute Kapelle würde nur gebrauchtwerden, um Konvertiten zu machen, den katholischen Gottesdienstwieder einzuführen, während des evangelischen GottesdienstesMetten und Vesper zu singen; dieses könnte Wallfahrer, Land-streicher und Bettler herbeiziehen. Jedenfalls würden die Evan-gelischen viele Gräber auf dem Kirchhofe verlieren durch dieprojektirte 55 Fuß lange und 30 Fuß breite Kapelle; diese