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und brachten die Nacht, ahne weiter zu schäbigen, in Weinfelbmzu, von wo sie, freudig über die gelungene Waffenthat, nachWyl zurückkamen.
Ermuthigt fingen jetzt auck die von Wyl allein Streifzügcim Thurgau zu machen an. Bei Elgg und am Jmmenbergehielten sie drei Tage lang Weinlese und führten den Wein inihre Stadt. Als eine Schaar Thurgauer bei Bromshofen Viehwegtrieb, wurde sie von Wyl aus bis nach Wangi verfolgt. Hierfielen die Verfolger in einen Hinterhalt, verloren acht Todte undflohen traurig nach Hause zurück; aber nach einigen Tagen kehr-ten sie in vermehrter Anzahl nach Wangi zurück und plündertendas Dorf rein aus. Eine kriegerische Gesellschaft in Wyl, dieBöcke genannt, setzte ihre Raubzüge auch im Winter fort, ver-brannte Wetzikon , raubte in Tänikon und im Turbenthalc, nahmbei Grießenberg und Leutmerken den Angehörigen des Mark-grafen 46 Pferde, 8V Rinder und 32 Schweine und andere Habeweg, und zündete zu Wigoltingen einige Häuser an. — Ge-dehmüthigt wurden jedoch auch sie wieder im Anfange des Jahres1446. Hans von Rechberg erschien mit den Zürcher » vor Wyl,raubte vor den Tyorcn das Vieh, verbrannte das obere Dorfund die Mühle zu Nickcnbach. Die Bürger der Stadt fielenheraus und wollten dem Feinde wehren, geriethen aber in denHinterhalt der Lürcherischen Schützen und büßten viele Leute ein.
Der Friede zwischen Zürich und den Eidgenossen imMai 1446 machte endlich den traurigen Feindseligkeitendes alten Zürichkrieges ein Ende, und die Eidgenossen schaft , durch den Bürgerkrieg ihrem Untergänge nahe ge-bracht, stand nun wieder einträchtiger und stärker da alSjemals. Zürich im besondern hatte zwar viel gelitten,aber neue Ansprüche auf die Grasschaft Kyburg gewon-nen, erlangte auch durch friedliche Unterhandlung 1452die gänzliche Verzichtleistung Oesterreichs auf dieselbe.Dadurch war auch Thurgau der Eidgenossenschaft nochnäher gerückt worden. Der Plappartkrieg, im Zahre1458 , war nun gleichsam das Vorspiel zur gänzlichenBesitznahme des Thurgaus durch die Eidgenossen.