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Die Veranlassung zum Plappartkrieg gab auf einem Schießenzu Konstanz ein an sich unbedeurender Wortwechsel. Auf diefreundschaftliche Einladung der Stadt Konstanz nämlich wareneine Anzahl Schützen aus Zürich , Luzern u. a. Orten der Eid genossenschaft bei dem Schießen in Konstanz erschienen und hat-ten auch ehrenvolle Aufnahme gefunden. Gegen das Ende desSchießens weiset ein Konstanzer die Bcrner Plapparte einesLuzerners zurück. Das seien Kllhplapparte: um solche wolle ernicht schießen, sagte er. Diese Schimpfrede verdroß den Luzerner .Daß der Bär von Bern eine Kuh sei, will er nicht leiden. Soentsteht Zank; von Worten kommt eS zu Schlägen; es mischensich auch Fremde, welche den Eidgenossen sonst nicht hold waren,in den Streit und höhnen die Eidgenossen. Vielen Bürgern,besonders der Obrigkeit war dieser Vorfall sehr unangenehm;doch getraute sich die Obrigkeit nicht, die schuldige» Bürger,die einen großen Anhang hatten, zu strafen. Mit Unwillen undZorn zogen die Eidgenossen heim und klagten über Schimpfund verletztes Geleit. Eilig brachen die Luzerner mit ihremPanner auf und mahnte» alle Eidgenossen, Konstanz zu über-ziehen; ihnen folgten sogleich die andern; mir Bern zögerte. —Mit 4000 Mann kamen sie nach Weinfelden , welches BertholdVogt, ein Konstanzer und Verwandter dessen, der die Eid-genossen zuerst beschimpft hatte, besaß. Vier Tage blieben sie inWeinfelden , drangen in das Schloß und hielten Weinlese in demRebberge. Hierauf wollten sie vor Konstanz ziehen. Da gelanges dem Bischöfe Heinrich und dem Junker Albrecht von Sax zuBürglen und andern Herren und Städten zu vermitteln. DieStadt Konstanz mußte an die Eidgenosse» 3000, Berthold Vogt2000 Gulden bezahlen. Der Bischof selbst benutzte diese Ge-legenheit, mit den Eidgenossen ein Schirmbündniß für seine imThurgau liegenden SiiftSlandc zu schließen. An vielen Ortenaber redete man dieses Fcldzugö wegen übel von den Eidgenossen.
Tief saß i» der Erinnerung der Eidgenossen, waSOesterreich von jeher und besonders im Zürickkriege zuihrem Verderben unternommen halle. Noch war auchkein eigentlicher Friede mit Oesterreich geschlossen, son-dern nur ein Waffenstillstand; und so war immer Ge-fahr, daß Oesterreich bei günstiger Gelegenheit neuen