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Es war ein Kern darin; der schmeckte so süss wie eineNuss. Aber meine Pfirsich hab’ ich verkauft und so vielGeld dafür erhalten, dass ich, wenn ich nach der Stadtkomme, wohl zwölf dafür kaufen kann.“ — Der Täterschüttelte den Kopf und sagte: „Klug ist das wohl,aber kindlich und natürlich war es nicht. Bewahre dichder Himmel, dass du kein Kaufmann werdest!“
„Und du, Edmund?“ fragte der Täter. Unbefangenund offen antwortete Edmund: „Ich habe meine Pfirsichdem Knaben unseres Nachbars , dem kranken Georg, derdas Fieber hat, gebracht. Er wollte sie nicht annehmen.Da hab’ ich sie ihm auf das Bett gelegt und bin hin-weggegangen. “
„Nun,“ sagte der Täter, „wer hat denn wohl denbesten Gebrauch von seiner Pfirsich gemacht?“ Da riefendie andern drei: „Das hat Bruder Edmund getan!“Edmund aber schwieg still. Und die Mutter umarmteihn mit einer Träne im Auge und freute sich seineswohlwollenden Herzens.
21. Der gute Sohn.
Karl zeichnete sich in der Schule als der besteSchüler im Schreiben aus. Einst wollte ein reicher Mannim Dorfe einen Brief abschreiben lassen und schickteihn deswegen in die Schule. Diese Arbeit wurde unsermKarl zuteil. Als er damit fertig war, trug ihm derLehrer auf, den Brief mit der Abschrift selbst zu demreichen Manne zu tragen. Dieser freute sich über dieschöne Handschrift des Knaben und belohnte ihn fürseine Mühe mit zwei Franken.
Der Knabe jubelte vor Freuden; denn so viel Geldhatte er noch nie besessen, und dieses war gewisser-maßen der erste Gewinn, den er sich selbst erworbenhatte. Auf dem Wege nach Hause fing er an, bei sichselbst zu überlegen, was er mit diesem Gelde anfangen
THurg. Schulbuch f. d. 4. Schuljahr. 2