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Schulbuch für den sprachlichen und realistischen Unterricht in thurgauischen Primarschulen : VI. Schuljahr / Lehrmittelkommission
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20
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Mutter. So! Wenn du es noch gar mit Fleiß getanhättest! Schämst du dich nicht, das zu sagen?

Niklaus. Es ist mir leid; ich will's nicht mehr tun,Mutter.

Mutter. Sieh', wenn du so unachtsam und tölpelhaftbleibst, so wirst du einst in viel verdrießliche Streit' undHändel geraten und wirst die brävsten Menschen von dir stoßen.Wer wird dann dein Freund und Gespane sein? Der Stelzen-sritz und der Steckenbaschi! Drum nimm dich ja bei Zeitenim Umgang mit andern Menschen in acht und halte dichordentlich!

Niklaus. Liebe Mutter, ich glaube dir und will gewißvon heut' an besser auf mich achtgeben.

Mutter. Und du, Life? Wie hast du dich in dieserWoche aufgeführt?

Life. Ich weiß einmal nichts anderes diese Woche,Mutter.

Mutter. Gewiß nicht?

Life. Nein, Mutter, so viel ich mich einmal besinnenkann, weiß ich nichts. Ich wollte es gerne sagen, Mutter;aber ich weiß nichts.

Mutter. Aber ich weiß etwas. Ich weiß, daß duimmer, auch wenn du nichts weißt, mit so viel Worten ant-wortest, als ein anderes, wenn es recht viel zu sagen hat.

Life. Was habe ich denn jetzt gesagt, Mutter?

Mutter. Eben nichts und hast doch viel geant-wortet. Wenn du schon wieder vergessen hast, worin du auchdiese Woche so viel gesündigt, so will ich dich daran erinnern.Was hattest du am Dienstag des Untervogts Vreni zu berich-ten? Warum konntest du am Mittwoch mittags bei der Ma-tilde nicht fertig werden? Warum wird dir beim Brunnen