lind fuhr fort bis zum größten. Einst an einem Samstagsprach sie also:
Mutter. Sehet, Kinder, wie gütig der liebe Gott auchdiese Woche wieder gegen uns war! Habt ihr diese Güte aberauch verdieut? Wie ist es mit dem Nechttun gegangen? Sag',Gritli, hast du nicht auch diese Woche wieder oft deinen Kopfgesetzt und bei Tische gezwängert?
Gritli. Ich will es ja nie tun; aber es kommt mirallemal, ohne daß ich's merke, wenn du mir so lange nichtherausschöpfst.
Mutter. Ja, sieh', mein Kind, du mußt dich wehren,mußt dein Gelüste bezwingen und Geduld haben, bis die Reihean dich kommt. Denk', daß du noch andere Geschwister hast,die uns auch lieb sind. Bald bist du, bald ist ein anderesdas erste, je nachdem ihr es verdient. — Nun, Anneli, wie hastdu diese Woche getan? Hast du dich immer brav aufgeführt?
Anneli. Ach nein, liebe Mutter! Du weißt es wohl,— wegen des Brüderchens.
Mutter. Ja, ja, ich zittere noch jetzt vor Angst, wennich daran denke, wie das Kind in seiner Wiege hätte erstickenkönnen, als du es so allein gelassen hattest. Wie ivürdest duselbst gejammert haben, wenn du schuld gewesen wärest an demTode deines Brüderchens; das wäre ja schrecklich.
Anneli. Glaube mir's, Mutter, ich will gewiß nie
mehr von ihm weggehen, wenn du fort bist.
Mutter. Und du, Niklaus, wie ist es dir in dieserWoche ergangen?
Niklaus. Ich weiß nichts Böses.
Mutter. Denkst du nicht mehr daran, daß du am
Montag das Gritli umgestoßen hast?
Niklaus. Ich hab's nicht mit Fleiß getan, Mutter.