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43. Besser offene Hand als geballte Faust.
In der Stadt Strassburg auf dem Markte hielt einearme Bauersfrau Eier feil. Da rannten zwei mutwilligeKnaben an den Korb, stiessen ihn um und liefen mitLachen davon. Das sah ein anderer Knabe, und im Zornmit geballten Fäusten rannte er den beiden nach, unddenen war schon angst. Aber der Knabe blieb auf ein-mal stehen, als ob er sich besänne, kehrte dann umund lief nach Hause.
Wie aber die Bauersfrau noch über ihre zerbrochenenEier weinte, langte auf einmal eine kleine Hand in ihrenSchoss und schüttete eine Sparbüchse in die Schürze derFrau aus. Die kleine offene Hand war dieselbe, die vor-hin im Zorne sich geballt hatte. Aber der Knabe, demdie Hand gehörte, und der eben seine letzten Kreuzerhergegeben hatte, war schon wieder fort, ehe die Bauers-frau sich bedanken konnte.
Wollt ihr wissen, wie der Knabe hiess? — Er hiessOberlin und wurde später Pfarrer in Steintal. Jetzt ister tot; aber in Steintal und weit und breit sprechen dieLeute noch von dem frommen und braven Pfarrer Oberlin.
^ 44. Aic Wttrörücke öei Mischofszess.
1. Willst du etlich' Augenblicke nicht hier stille stehn?
Alt ist freilich, krumm die Brücke, doch der Zoll gar schön„Wer die Brücke will betreten, soll im Gehen auchfromm ein Vaterunser beten, nach der Vorzeit Brauch."
2. Eh' noch ob des Stromes Spiegel kühn der Bogen stand,glänzte dort ein Schloß vom Hügel stolz herab aufs Land.Wo sich Epheuranken dehnen, Buschwerk jetzt und Dorn,lebte froh mit beiden Söhnen Frau von Hohenzorn.
3. Einst, als mit dem Jagdgeschosse beide fortgeeilt,
hört die Witwe auf dem Schlosse, daß der Thurstrom heult.Hört's und schaut. Von Regengüssen schwillt er donnernd an.Wog' auf Woge! Pfeilschnell schießen sie die krumme Bahn.