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4. Sieht sie recht? Zwei Wandrer springen drüben in das Boot,wollen keck hinüberdringen, kommen sehr in Not.
Hilfe! Hilfe! Diese Töne treffen wie ein Schwert.
Ach, sie sieht die eignen Söhne und den Kahn verkehrt.p. Angstvoll fliegt die Mutter nieder zu der wilden Thür;Schiffer suchen hin und wieder — nirgend eine Spur.
Erst nach drei durchiveinten Tagen stößt der Fluß sie aus,werden Leichen hergetragen in das öde Haus.
6. Welch' ein Schlag dem Mutterherzen! O, der harte Fluß! —Plötzlich dämmert aus den Schmerzen herrlich ein Entschluß.
Sie erscheint vor dem Konvente, noch im Trauerflor,
weist dem Propste Pergamente, Gold und Kleinod vor.
7. „Eine Brücke will ich gründen an dem Unglücksort,und kein Weib soll mehr empfinden, was mein Herz durchbohrt.
Eins nur soll die Nachwelt üben: Wer hinübergeht,
ach, für mich und meine Lieben sprech' er ein Gebet!" —
8. Und bald steht das Werk vollendet ob dem feuchten Grab,und die gute Witwe sendet manchen Blick hinab;sieht, wie Mütter jetzt und Kinder froh hinüberziehn,fühlt die tiefen Schmerzen minder, die im Busen glühn.
9. Lang schon wohnt sie bei den Söhnen hoch im Vaterhaus;doch der Brücke Bogen dehnen schützend noch sich aus. —-Schreite, Wandrer, denn hinüber, ziehe deine Bahn!
Bete gläubig — oder lieber tu', was sie getan.
l0. Welkt vielleicht im Lebenskranze dir auch manche Lust,schließ', o Frerind, aus große Ganze dich mit voller Brust!Pflanz' auf deiner Hoffnung Grabe still der Menschheit Glück,und an andrer Freuden labe sich betn Tränenblick.
45. Die drei Kausräte.
„Wie fangt ihr's denn an, lieber Nachbar, daß euer Haus-wesen so wohl bestellt ist, und man sieht doch nichts besonderesan euch und an dem, was bei euch vorgeht? Wir andernarbeiten doch auch und geben acht auf das Unsrige und haltenes zu Rate, so gut es gehen mag, und doch hilft es nicht."