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O Thurgau, du Heimat, wie bist du so schön! / von J.H. Thalmann, Frauenfeld
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Zürich, Basel, Bern und iin Waadtland, das Volk gegendie Regierungen auflehnte, da fand man auch im Thurgau ,das; es endlich Zeit sei, das landvögtliche Joch abzuschütteln.

Den ersten Anstoss dazu gab der Färber JoachimBrunschweiler von Hauptweil. Dieser besuchte eine appeu-zellische Landsgenieinde und sah und hörte da, wie ein freiesVolk sich selber Gesetze gab. Warum sollte man das imThurgau nicht auch thu» können? dachte er sich, und dieseseine Gedanke» teilte er seinem Freunde und Gesinnungs-genossen Messmer in Erlen und nachher auch seinem Lehens-herrn v. Gonzenbach in Hauptweil mit. Bei beiden fand erlebhaften Beifall. Nun wurden auch noch andere ins Ver-trauen gezogen, so namentlich Paul Reiuhart, Apotheker inWeinfelden , und Landrichter Kesselring, Pater und Sohn,im Bachlobel. Doch musste das alles im Geheimen geschehen,damit der Landvogt nichts davon inne wurde. Als dannaber eine in Zürich gedruckte Flugschrift unter dem TitelUnmaßgebliche Vorschlage eines thnrgauischknVolksreundes"erschien und massenhaft unter das Volk verteilt wurde, dafanden die vorgenannten Männer, das; es an der Zeit sei,mit ihren Ideen ebenfalls vor die Öffentlichkeit z» trete».

Auf den I. Februar I7UK wurde eine allgemeine Lands-gemeinde nach Weinfelden angeordnet und es folgtendem Auf gegen '»>"><> Männer aus allen Land^sgegenden.

Anfänglich schien es, als ob dieselbe einen stürmischenVerlauf nehmen wolle, doch gelang es Paul Reinhart unddem st. gallischen Obervogt Zollikoser in Bürgte», ein allzuhitziges Vorgeben zu verhindern und es durchzusehen, das;die Versammlung die von Ulrich Kesselring Sohn formu-lierte» Anträge anhören und darüber Beschluss fassen wolle.

Diese Anträge lauteten:

Ob man zur Erlangung der Unabhängigkeit undvölligen Freiheit des Vaterlandes schreiten und solche von