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O Thurgau, du Heimat, wie bist du so schön! / von J.H. Thalmann, Frauenfeld
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weiterher i» tiefem Rinnsal dahinrauscht und erst gesehen»'erden kann, wenn man an seinem Ufer steht. Wohl-gebaute Felder zu beiden Seiten, wovon ein nicht unbe-denlender Teil zum Gemüsebau verwendet wird, und vonsorglicher Hand gepflegte schöne Gärten verraten uns jedochschon auf größere Entfernung die Nähe der Stadt, derenBewohner sich vorzugsweise mit Land- und Weinbau be-schäftigen.

So lauge die Gegend noch unberührt war von demWeltverkehr und keine Bahn das idyllische Stillleben störte,mutete es den nach Ruhe sehnenden Wanderer so trauni-umfaugcn an, als wähne er sich zurückversetzt um De-zennien. Und Dießcnhofen macht »och heute einen alt-ehrwürdigen Eindruck mit seinem alten Thorturm, demsogenannten Sicgclturm, der wie ein von der Zeit ver-gessener Wachtposten breit und protzig vor uns sich erhebt,als wollte er ein grimmigesHalt! Wer da?" uns zu-rufen. Doch kein Thorwächter wehrt uns den Durchpaßund unbehelligt gelangen wir in die breite und in ihreraltschönen Eigentümlichkeit interessante Hauptmarktgasse.Stattliche Häuser zur Linke» und zur Rechten geben Zeug-nis, daß wir uns an einem Ort befinden, der auf einegute Bergangeuheit stolz sein darf. Vorbei sind die Zeitender freien Reichsstadt Dießenhosen, das nach langem Wartenheute mit der Bahn verbunden ist einerseits mit Schaff-hausen, anderseits mit Etzweilen-Konstanz. Vorbei ist esmit der Weltabgeschiedenheit! Wenn auch dadurch »ochkein goldenes Zeitalter für die Stadt gekommen ist, sohaben sich doch auch hier die Verhältnisse merklich ver-ändert und Handel und Verkehr sind lebhafter geworden.An Sinn für fortschrittliche Zdeen fehlt es nicht, und sogut wie in früherer Zeit Dießenhosen durch bcdeutendknHandel sich einen Namen und Vermögen gemacht hat, so