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begründen lassen. Aber unter den vielen, denen diechristliche Liebe zu Hülfe kommen muß, gibt es kaumeine Kategorie, auf die die Schilderung des Prophetenso buchstäblich zutrifft, wie die Wanderarmen, die reisen-den Handwerksburschen, die Menschen, die, mit oderohne eigene Schuld, auf die Landstraße geworfen wordensind. Es gibt liebenswürdigere, anziehendere Objekte derLiebestätigkeit als diese. Es gibt Notleidende, derenerster Anblick schon die Herzen zu brüderlicher Teilnahmeund Hülfe bewegt. Die Wanderarmen gehören zu denen,denen gegenüber auch bei aufrichtigen Christen sich keines-wegs ohne weiteres die Empfindung einstellt: „Es istmein Bruder" oder wie Jesaias es ausdrückt: „Es istmein Fleisch". Der ganze Anblick dieser Leute, ihreschmutzigen und zerrissenen Kleider, ihr struppiges, ver-kommenes Aussehen, die Spuren einer ungeordnetenLebensweise, oft genug des Schnapsgenusses, in ihremGesicht, ihr Geruch, ihre Manieren, das alles stößt zu-rück. Und wer vollends die Würdigkeit des Bittendenzur unerläßlichen Voraussetzung seiner Liebesübung zumachen pflegt, wird gerade diesen Menschen mit schwanken-den Empfindungen gegenüber stehen. Was für ver-schmitzte, freche, mißtrauenerweckende Gesichter begegneneinem unter ihren Vertretern! Es sind entgleiste Exi-stenzen, der leiblichen und nur zu häufig auch der morali-schen Ordnung entwöhnt. Sie bilden mit den Boden-satz der menschlichen Gesellschaft. Wer sich um nähereBekanntschaft mit ihnen und ihrer Lebensweise bemüht,lernt ein abschreckendes Nachtgemälde kennen. Insofern