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selbst bei Vereinsmitgliedern. Ein solches, ein Müller,erzählt, daß eines Tages zwei bettelnde Kinder aufseinen Hof gekommen seien. Er habe sie, auf die Ver-ordnung hinweisend, die das Betteln verbiete, barsch ab-gewiesen. Da seien die Kinder zum Hundetrog hinge-gangen, uni sich daraus einige Brotkrusten herauszu-ziehen, und der sonst bösartige Hund habe sie ruhiggewähren lassen. „Um mich von dem unvernünftigen 'Tiere nicht beschämen zu lassen", fügte er bei, „rief ichdie Kinder ins Haus und habe sie gesättigt und reichbeschenkt entlassen. Dann zeigte ich mich selbst an undzahlte meine Mark Strafe."
Am richtigsten erscheint es, die Wanderarmen mitNaturalgaben, Nahrung und Kleidung, zu unter-stützen. „Brich dem Hungrigen dein Brot ; so du einennackend siehest, so kleide ihn." Aber es ist nicht überallund nicht immer möglich, beides im eigenen Hause vorzu-nehmen, und man ist genötigt, statt Nahrung Gutscheinezu verabreichen und die Kleider dem Wanderarmen indie Hände zu geben. Sicher ist beides sehr oft gut an-gewendet, ebenso sicher aber ist, daß beides sehr oft erstin Geld und dann in Schnaps verwandelt wird. Pastorvon Bodelschwingh erzählt von einem abgefeimten Vaga-bunden, den man in den Bielefelder Anstalten seineLumpen gegen ein frisches Hemd tauschen ließ, der das-selbe sofort nachher zu einem Trödler trug, Tags daraufvor andern Anstaltsgebäuden wieder in ähnlichen Lumpenoder ohne Hemd erschien und dieses Kunststück erfolg-reich 4—5 Tage hinter einander betrieb.