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Die Freiherren von Bürglen / von Placid Bütler
Entstehung
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vie Freiherren von »iirglen.

Bon Dr. Placid tler, /

Professor in St. Gallen .

Das thurgauische Dorf Vürglen liegt zwischen Wein-felden und Sulgen am Fuße eines felsigen, burggekröntenHügels, auf der rechten Seite der Thür; in dieser Gegendkreuzen sich die Straßen, welche Konstanz mit Bischofszell ,St. Gallen und mit Wil , Romanshorn mit Frauenfeld ver-binden. Die Ortschaft lag im Mittelalter auf dem Burghügelund war stadtartig gebaut, aber etliche Feuersbrünste habenspäter die Bewohner veranlaßt, zur offenen Bauweise desDorfes überzugehen?) Den Anfang zu dieser Ansiedelungmachte eine kleine Feste und gab ihr auch den Namen:Burgilon", d. h. kleine Burg. So wird sie um die Mittedes 9. Jahrhunderts zum ersten Male genannt?) Die AbteiSt. Gallen , das Pelagiusstift zu Bischofszell , der Bischof vonKonstanz hatten hier Grundbesitz, von dem sie nach undnach einzelne Teile dem Geschlechte der freien Herren über-trugen, das auf der Feste Bürgten hauste und sich darnachnannte?)

h Eine ausführliche Baugeschichte von Bürglen findet sich inNahn, Die mittelalterlichen Architektur- und Kunstdenkmäler desKantons Thurgau , S. 69 ff. In den Berkaufsurkunden der Herr-schaft Bürglen aus den Jahren 1443, 1447, 1580 und 1679 ist jedes-mal von Feste (oder Schloß) und Stadt (bisweilen auchstettli")die Rede. ImBurgfrieden" vom Jahre 1385 (Beilage Nr. 12)wird der Stadtgraben erwähnt. Siehe auch hing er, DieStadt-St. Gallische Herrschaft Bürglen im Turgau , Neujahrsblattdes Historischen Vereins St. Gallen, 1884, Seite 4 f.

2) Wartmann, Urkundenbuch der Abtei St. Gallen , Bd. III,S. 686. Siehe auch Meyer von Knonau in den St. Galler Mitteilungen XIII, S. 253 und S. 105, Note 94.

3) Ueber dieGrafenvonBürglen, nämlich einen Wezil,der laut der Reichenauer Chronik des Gallus Oehem im Dienste desAbtes Ulrich III. von St. Gallen in der Schlacht vor Veltheim 1079