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Schulbuch für den sprachlichen und realistischen Unterricht in thurgauischen Primarschulen : VI. Schuljahr / Lehrmittelkommission
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Das Blüten st reichen ist grün und zart; es leitetdie Nahrung in die Blüte und später in die Frucht. Obenträgt es eine becherartige Anschwellung mit weißen, filzigenHaaren. Dies ist der Kelch. Er endigt in 5 Zipfeln. DerKelch trägt die übrigen Blütenteile. Zunächst sehen wirfünf große, rundliche, rötlich-weiße Blätter. Sie zieren diePflanze, wie die Krone den König. Daher nennt man sieB l u m e n k r o n e. Die Blumenblätter sind nicht bloß zierlichgefärbt, sondern sie verbreiten auch einen wohlriechenden Duft.

Am Kelchrande, innerhalb der Blumen-krone, sind die Staubgefäße, mehrals zwanzig an der Zahl, angewachsen.Sie bestehen je aus einem zarten Staub-faden und aus einem gelben, gefurchtenKolben; dieser heißt Staubbeutel,weil er den B l ü t e n st a u b enthält.Der innerste Teil der Blüte, welcheraus der Mitte des Kelches hervorkommt,heißt Stempel. Er besteht aus demt Fruchtknoten, aus 5 hohlen Griffeln und aus einerklebrigen Narbe. Der Fruchtknoten ist im Kelche eingeschlossenund enthält die Sameneierchen.

Soll nnn die Blüte zur Frucht reifen, so muß der Blüten-staub auf die Narbe.fallen. Von hier gelangt er durch diehohlen Griffel zu den Eierchen im Fruchtknoten. DieserVorgang heißt Befruchtung. Staubgefäße und Stempelsind also notwendige Glieder einer gesunden Blüte und dürfendarum nie fehlen. Kelch und Blumenkrone hingegen dienenmehr nur zum Schutze und find nicht streng notwendig.

Lhurg. Schulbuch f. d. 4. Schuljahr. 9

Fig. 2.