Buch 
Schulbuch für den sprachlichen und realistischen Unterricht in thurgauischen Primarschulen : VI. Schuljahr / Lehrmittelkommission
Entstehung
Seite
146
JPEG-Download
 

146

Der Inhalt des Samenkorns ist bald aufgebraucht. Dasjunge Pflänzchen muß sich nun selbst ernähren. Wohl ihm, Iwenn es ein reichgedüngtes Erdreich findet! Bald koinmt Ider Winter. Das zarte Pflänzchen müßte wohl erfrieren,wenn es nicht unter der schützenden Schneedecke wohl verwahrtwäre. Schneearme Winter sind daher dem Weizenfelde nachteilig. ;

In den sonnigen Tagen des Frühlings erwacht das zarte sWeizenpflünzchen zu neuem Wachstum.

2. Beschreibung des Weizens.

Der Weizen hat eine büschelförmige Faferwurzel,aus welcher meist mehrere Stengel emporwachsen. Der Stengeldes Weizens ist ein Halm; denn er ist oben und unten fastgleich stark und durch Knoten gegliedert. Letztere schließenje ein hohles Stengelglied durch Scheidewände ab. Bei jedemKnoten tritt ein Blatt aus dem Stengel hervor. Der untereTeil des Blattes umschließt das folgende Stengelglied, wiedie Scheide das Schwert; dieser Teil des Blattes heißt daherV l a t t s ch e i d e. Der obere Blatteil steht vom Stengel abund ist lang und schmal, l i n e a l f ö r m i g.

Der Stengel endigt oben in einer Ähre. Auf einemgemeinschaftlichen Blütenstiele, der Spindel, sitzen wechsel-weise wieder Ährchen. Die Weizenblüte bildet somiteine zusammengesetzte Ähre (Fig. 15). Vergebens ssuchen wir nach der schöngefärbten Blumenkrone. Die Bluten-hülle besteht nur aus grünen, steifen Spelz blättern. Dieersten zwei Spelzblättchen schließen ein kleines, meist vierblätt-riges Ährchen ein (Fig. 14). In den innert zwei Spelzblätternfinden wir endlich Staubgefäße und Stempel. Zur Blütezeit(Juni und Juli) sind die Spelzblättchen geöffnet. An dünnenFäden hangen drei Staubbeutel heraus. Der Fruchtknoten trägt