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Ist ihr ein Junges abhanden gekommen, so miaut sieängstlich den ganzen Tag und ruft betrübt nach demVerlorenen. So zeigt uns die Katze die hingebende, auf-opfernde Mutterliebe.
Die Katze hat rotes, warmes Blut , im Innern einKnochengerüst und einen mit Haaren bedeckten Leib.Die Jungen werden mit Milch gesäugt. Die Katze istein Säugetier.
14. Lebensweise der Katze.
Ein junges Kätzchen ist ein gar munteres, possierlichesTier. Überall findet es ein Spielzeug. Es duckt sich nieder,schlägt mit dem Schweife und springt hoch und weit in einemSatze. Jetzt richtet es sich auf den Hinterfüssen auf, gebrauchtdie Vorderpfötchen, wie Händchen, und wendet sich zierlichund schnell nach allen Seiten.
Doch schon in früher Jugend erweist sich die Katze alsein grausames Raubtier. Ein furchtsames Mäuschen kommtaus seinem Schlupfwinkel hervor und sucht nach Brosamen.Das Kätzchen hat die Maus erblickt. Es verlässt sein Spiel-zeug. Mordgier blitzt aus seinen Augen. Es duckt sich aufden Boden, streckt die Krallen aus den Tatzen und richtetdie Ohren in die Höhe. Jetzt macht es blitzschnell einenSprung, und die arme Maus zappelt hilflos in den Krallenihres Todfeindes. Da beginnt ein neues Spiel, aber ein gargrausames. Die Katze lässt die gefangene Maus laufen, fängtsie wieder, lässt sie von neuem frei, bis sich endlich das armeMäuschen vor Todesangst nicht mehr rühren kann. An diesemSpiel sieht man so recht die grausame Katzennatur. Kinder,welche Käfern oder Fliegen Beine oder Flügel ausreissen, oderandere Tiere zu Tode quälen, haben auch eine solche Katzennatur.
Aber gerade durch diese Mordsucht wird die Katze zumnützlichen Haustier. Sie befreit unsere Wohnungen von denlästigen Mäusen. Ohne Katzen würden sich die Mäuse sostark vermehren, dass wir unsere Wohnungen verlassen mussten.In Ägypten wurde daher die Katze als ein heiliges Tier verehrt.