11. Kindliche and brüderliche Liebe
Ein Schiff, welches nach Indien fahren wollte, littSchiffbruch. Ein Teil der Mannschaft rettete sich beiden Kaisern ans Land; der andere begab sich auf einemFahrzeuge, das sie aus den Trümmern des gescheitertenSchiffes zusammengebauet hatten, wieder ins Meer. DerSteuermann, welcher das kleine Fahrzeug zu schwerbeladen sah, meldete dem Kapitän, dass es untersinkenwürde, wenn man nicht ein Dutzend Menschen ins Wasserwerfe. Das Los traf unter andern einen Soldaten. Seinjüngerer Bruder fiel nun dem Kapitän zu Füssen undbat, dass man ihn statt seines Bruders ins Meer werfenmöchte. „Mein Bruder,“ sagte er, „ist eher im ständeals ich, meinen Vater, meine Mutter und meine Schwesternzu ernähren; ohne ihn würden sie alle im äusserstenElende sein. Erhaltet sein Leben und werfet mich insMeer, da ich ihnen nichts nützen kann!“
Der Kapitän erfüllte endlich seine Bitte und liessihn über Bord werfen. Der junge Mann schwamm sechsganze Stunden hinter dem Fahrzeuge her, bis er es endlicheinholte. Jeder wurde von seiner Standhaftigkeit gerührt;