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Schulbuch für den sprachlichen und realistischen Unterricht in thurgauischen Primarschulen : V. Schuljahr
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und Sennen, und die seltsamen Melodien des Alphornsertönen zu gewissen Tageszeiten von Alp zu Alp . Denschönsten Genuss bietet aber bei hellem Wetter der Aus-blick ins offene Gelände. Tief anten liegen zu Füssen des Beschauers die Dörfer, Weiler und einzeln stehendenHütten der Talbewohner. Kein Ton, nicht einmal der-jenige der Kirchenglocke, ist von unten her vernehmbar.Nur die Stimmen der Herden und Hirten oder die Klängedes Alphorns und der Herdenglocken lassen sich etwahören, und aus den Höhen dringt mitunter das Geschreides Adlers, des Lämmergeiers , der Schneekrähe , desBergfinken , des Alpenhuhns, oder der scharfe Pfiff derGemse zum Ohr. Häufig lagert sich über dem Tal einunabsehbares Nebel- oder Wolkenmeer, während dieHöhen in herrlichster Beleuchtung strahlen. Dann bietendie majestätischen Häupter des Hochgebirge einen An-blick dar, welcher uns mit Bewunderung und Entzückenerfüllt.

5. Die Hochalpen.

a. Weit über die Yoralpen empor erheben sich dieeigentlichen Hochalpen in mächtigen Bergstöcken. Schroffsteigen die Felsmauern an über den Gründen der Tälerund Schluchten, und die Zinken und Hörner ragen gleichgewaltigen Türmen über die Firste und Kämme desGebirgs hinauf. Wo die Abhänge nicht zu steil sind,sammelt sich der Schnee in ungeheuren Massen an. Inder heissen Jahreszeit vermag dann die Sonne einen Teildesselben zu schmelzen. Ein anderer Teil muss demFöhn weichen, der mitunter furchtbar in den Bergenwütet. Was aber die Sonne und der Wind wegge-schmolzen haben, wird von Zeit zu Zeit durch gewaltigenSchneefall wieder ersetzt. Darum schauen die HochalpenalsBerge mit ewigem Schnee u über das flache Landherein. Der Schnee im Hochgebirg ist gewöhnlich nicht