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Schulbuch für den sprachlichen und realistischen Unterricht in thurgauischen Primarschulen : V. Schuljahr
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umhüllt diesen Keim mit Mehl, Zucker und andern Nähr-stoffen. Der Keim soll hieraus seine erste Nahrungziehen. So versorgt die Pflanze ihr Kindlein mit Nahrunggleich einer guten Mutter. Der Mensch lässt aber garviele Samenkeime nicht zur Entwicklung kommen. Erbezieht die Nahrung, welche die Pflanze für den jungenKeim zubereitet, für seinen Unterhalt. Woher beziehtaber die Pflanze ihre Stoffe? Offenbar aus dem Erd-boden. Dieser ist für die Pflanze, was für unsere Haus-haltung der Keller. Wie die Mutter täglich allerleirohe Nahrungsmittel aus dem Keller holt, so zieht auchdie Pflanze ihre rohen Stoffe aus der Erde. Die Mutterbereitet in der Küche aus den Rohstoffen des Kellersschmackhafte Speisen.

Auch die Pflanze hat eine Küche; es ist das Blatt.Hier werden die rohen Säfte, welche die Wurzel herauf-schickt, gar wundersam zubereitet. Die liebe Sonne,Luft, Regen und Tau müssen wacker mitkochen helfen.Bald wird hier ein nahrhaftes, mehliges Korn, bald einwohlschmeckender Apfel zubereitet. Die Kochkunst gehtnoch weiter. Die süsse Traube, der ölige Leinsamen,das tödliche Gift der Tollkirsche und das heilende Tränk-lein für die Kranken, alle diese Stoffe kann die Pflanzen-küche auf geheimnisvolle Weise zubereiten. So dürfenwir denn mit Recht sagen:Die Pflanze verwandeltden Stein in Brot.

Jeder Familienvater muss seinen Keller von Zeit zuZeit neu versorgen. Dasselbe verlangt die Pflanze. Siefindet im Boden nicht endlos ihre Nahrung. Der Bodenmuss daher gedüngt werden. Doch ist die Pflanze garbescheiden. Sie verlangt nur, was der Mensch nichtmehr brauchen kann: Stalldünger, Jauche, Knochen,Haare, wollene Lumpen u. s. f. Wer die Pflanze mitdiesen Stoffen reichlich versorgt, der wird auch durcheine reiche Ernte belohnt.