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6. Marie ging hinaus und weinte. Sie bereute schmerzlich,daß sie jenesmal dem guten Bruder seine Bitte nicht gewährthatte. Wie gerne hätte sie es jetzt getan! Walter baute keineWindrädlein mehr. Nach wenigen Tagen schloß er seine Augen,mit denen er einst seiner Schwester so freundlich zugelächelt.
87. Ein braver Junge.
Ein Arzt hatte während mehrerer Wochen den Knabenarmer Eltern behandelt. Der war an einem hitzigen Fiebererkrankt. Einige Monate, nachdem der Knabe genesen war,kam er zum Arzte und sprach: Herr Doktor, was bin ichIhnen für Ihre freundliche Bemühung schuldig? Laß das gutsein, sprach der Arzt. Ich werde deinem Vater auf Neujahrein billiges Nötlein schicken. Er kann es mir dann gelegentlichbezahlen. Nein, Herr Doktor, erwiderte der Junge; meinVater hat sonst schon viele Auslagen für uns Kinder. Ichmöchte meine Arztrechnung selbst bezahlen. Der Arzt lächelteund sprach: Womit denn? Hast du Geld? Ja freilich habeich Geld, war die Antwort des Buben. Ich habe zu HauseKaninchen. Die besorge ich gut, daß sie wohl gedeihen. VonZeit zu Zeit verkaufe ich die fettesten davon. So habe ichnun schon mehr als zwanzig Franken in meinem Kästchen.Sagen Sie mir also, was ich Ihnen schuldig bin. ZwölfFranken, erwiderte der Arzt, und er ließ sich diese bezahlen.Dann schrieb er eine Rechnung und darunter: Obigen Betraghabe ich richtig erhalten. Er reichte dem Knaben die Rechnung,gab ihm aber zugleich die zwölf Franken wieder mit denWorten: Du bist ein braver Junge. Nimm hier dein Geldwieder und verbessere deinen Kaninchenstall oder kaufe denTieren etwas Hafer für den Winter, damit dein Geschäft ge-deiht. Behüt dich Gott, und grüße mir freundlich deinen Vaterund deine Mutter.