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Die Landgrafschaft Thurgau vor der Revolution von 1798 / von Helene Hasenfratz
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185
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Masse und Gewichte.

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Konstanzer Mass; seine Eimer hatten Konstanzer , Weinfelder,Wiler und Bischofszeller Marken. Das Quartier Güttingen schaffte die Mass von Konstanz an, ebenso die Quartiere Emmis­ hofen , Ermatingen . In Steckborn wurde bei offenem Verkaufedie Konstanzer , in der Stadt aber die besondere Stadtmassgebraucht. Im Quartier Warth war der Diessenhofer, Frauen­ felder , Steiner und Steckborer Eimer, sowie die Frauenfelder ,Steckborer und Konstanzer Mass im Schwange; im QuartierTänikon wurde der Wiler , Frauenfelder und Winterthurer Eimerund die Frauenfelder Mass benutzt. Das Quartier Fischingenbediente sich des Frauenfelder , Weinfelder und Immenbergernassen Masses. 1

5. Gewicht. Das Konstanzer Gewicht unterschied dasschwere Pfund zu 40 und das leichte, gewöhnlich bei Kolonial-waren angewandte, zu 32 Lot ä 4 Quint. 2 100 & bildeten einenZentner. Das st. gallische und zürcherische Lot wog 4 SS /36 gmehr als das thurgauische, so dass der St. Galler Zentner lfschwerer war als der Thurgauer , dieser aber 102| Zürcher Uzu 36 Lot ausmachte. 3 Frauenfelder , Weinfelder, Steiner Gewichtstimmten mit dem Konstanzer überein. Das Quartier Güttingen ,das zum Teil sein Gewicht aus der Stadt St. Gallen bezog,besass Pfunde zu 32, 36 und 40 Lot, 4 ebenso das QuartierFischingen. 5 In der Stadt Steckborn geschah das Eichen undFichten im Beisein des Ammanns; die Visitation von Gewicht,Ellen und Massen aber behielt sich die hohe Obrigkeit vor.Nach einer Syndikatserkanntnis vom Jahre 1740 war demGotteshaus Reichenau die Untersuchung der nassen Facht zuErmatingen zugestanden und 1748 bestätigt worden; doch standdie Bestrafung des dabei vorgefallenen Betruges bei der Hoheit. 6Der Mangel an genügend Muttermassen und -gewichten ver-mehrte die Verwirrung. 7 Die Eidgenossen mussten sich daraufbeschränken, die Anschaffung und Prüfung derselben zu ver-

1 Zürcher Staatsarchiv, A 323, 32. Bericht vom 26. Mai 1780. 2 Bei

Weinfelden wird erwähnt: das Lot ä 276 g. Zürcher Staatsarchiv,

A 323, 31. Bericht vom 20. März 1779. 3 Pupikofer, Statistik, p. 116.

4 Zürcher Staatsarchiv, A 323, 31. Bericht vom 20. März 1779. 5 A 323, 32.

Bericht vom 26. Mai 1780. 6 Thurg. Landbuch, Fol. 72. E.A. 7. 2, p. 636.

A 323, 31. Bericht vom 20. März 1779. 7 E.A. 7. 1, p. 659.