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Geschichte der katholischen Pfarrgemeinden des Kantons Thurgau / von K. Kuhn, Dekan und Pfarrer in Frauenfeld
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gehalten. Nach der Aufhebung des Stiftes ließ die Regierungdie Kapelle abtragen, wodurch der neue Gottesacker an Raumgewann.

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stand dem Haupteingang in das Kloster gegenüber und gehörtesammt dem damit verbundenen Siechenhanie dem Spitals inKonstanz . Das Stift hatte pfarrliche Rechte jeder Zeit überdas Leprosenhaus und das Kirchlem; jedoch wurde Jahrhundertehindurch der Krankenbesuch durch einen Konventualen des Augu-stinerklosters in Konstanz besorgt, sowie auch die Beerdigungder Leprosen auf einem vom Kloster zunächst der Kapelle be-willigten Gottesacker. Ueber das Alter dieser kleinen Kirche,das nach den Ansichten gründlicher Alterthumskenner (Süll-fried, Mone rc.) mindestens in das 12. Jahrhundert hinauf-reicht, sind keine genügenden Nachrichten zu finden. Die ältesteUrkunde, die der Stiftung erwähnt, gehört dem Jahre 1250an. Daß hier das alte Kloster gestanden habe, beruht aufwillkürlichen Kombinationen. Schon im Jahre 1840 wollteder Spital in Konstanz die Kapelle verkaufen; allein die Kirch-gemeinde von Kreuzlingen protestirte dagegen. Der Verkaufwurde verhindert bis auf das Jahr 1851, in welchem dieden Kirchen abholden städtischen Behörden den Verkauf gegeneine Auslösungssumme an die günstiger gestimmte Kirchgemeindezu Stande brachte, in Folge dessen dieser merkwürdige Ueber-rest einer alten Zeit in ein Wohnhaus und der Gottesacker ineinen Gauen umgewandelt wurde. Aelter als die Kapelleselbst waren vier in der Außenseite derselben eingemauerteStandbilder, die Christus und Maria, sowie die Apostel Petrusund Paulus darstellten. Diese Bilder gehören spätestens indas 10. Jahrhundert, wenn sie nicht, wie Herr von Stillfried in Berlin behauptet, noch älter sind, und werden im Spitalein Konstanz aufbewahrt.