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Heinrich der Truchsess von Diessenhofen, der Zeitbuchschreiber / von J.L. Aebi
(Chorherr in Münster)
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Hierauf verflossen nicht volle fünzig Jahre, so erhielt das-selbe Grafenhaus einen zweiten, noch größern Zuwachs.

Des Grafen Hartmans einziger Sohn Ulrich war vermähltmit Anna, der jüngern Tochter Berchtolds des Fünften, Herzogs vonZäringen, des Letzten seines für Deutschland so wichtigen Geschlechtes.Nach dem Tode des Herzogs') fielen seine Besitzungen an die bei-den Erbtöchter Agnes und Anna. Diese brachte die zäringischenLande südlich vom Rheins und westlich von der Ära bis über dieZäringerstadt Freiburg hinaus, d. h. den östlichen Theil von Bur-gund an ihren Gemahl, den Grafen Ulrich von Kiburg.

Das war der zweite Zuwachs zur alten Grafschaft Kiburg ,welche jetzt auf der Höhe ihrer Macht vom Bodensee bis an die(savoische) Waat reichte.

Um nun die erhaltene Hoheit auch im neuen Besitze zur äu-ßern Geltung zu bringen, erhob Graf Ulrich einen Ritter indiesen Landen zum Truchsessen, nämlich Herrn Gottfrid vonUozingen. ^)

Die Nachbarschaft von Savoien, wozu die Waat gehörte, undder natürliche Wunsch, mit dem mächtigen Nachbarn auf freund-lichem Fuße zu leben, wie auf der andern Seite die Erkenntnißvon welcher Wichtigkeit das Haus Kiburg auch für Savoien seinwerde, sind ohne Zweifel die Ursachen, daß des Grafen Ulrichzweiter Sohn, Hartmann, sich mit Margaretha, der Tochter desGrafen Thomas von Savoien vermählte. Der Ehevertragwurde schon in der fünfzehnten Woche nach dem Tode des HerzogsBerchtold von Zäringen geschlossen.'') Bei dieser Verhandlungwar als TheilnehmerOottiriäus Lonasealeus äe L^durZ" zu-

>) Berchtold V. von Zäringen starb im I. 1218, 18. (nicht 14.) HornungStalin, Wirt. Gesch. 2, 337 quellenhaft.

r) Zwischen Madiswil und Lotzwil; die Ritter wohnten auf der Guten-burg, im Thale der Langaton, in Burgund an der Gränze von Mlemanien:Urk. Murgatun 1425, 27. Brachm. Sol. Wbl. 1824 S. 315.

b) Graf Ulrich von Kiburg hatte von Anna von Zäringen vier Kinder:Wernher, Hartman (später der ältere genannt), Ulrich (Geschichtsfreund XXVI.S. 294 sf.) n. Hcilwig (die Mutter des spätern Königs Rudolf).

4) Urk. äpuä Melckunum 1218, 1. Jan. Sol. Wbl. 1828 S. 502 ff.Am 1- Mai hatte Rudolf v. Habsburg, der Sohn Heilwigs (S. Amerkg. 3.)das Tageslicht erblickt: tilln«!. Uolmsr. sp. Nölnner, kontt. 2, 1.