Durch die Bangkastraße,
165
Gegen Mittag fuhren wir in die Bangka-Straße einund sahen östlich ganz nahe die Küste der Insel gleichenNamens, westlich den endlosen Urwald Sumatras , denTummelplatz des Orangutans und der großen asiatischenDickhäuter (Elefant und Rhinozeros). Die Insel Bangka ist zirka 13,000 Quadratkilometer groß und zählt 70,000Einwohner. Aus diesem Eiland, sowie aus der weiter öst-lich gelegenen Insel Biliton zieht die holländische Regierungjährlich zehn Millionen Pfund Zinn, was ihr einen Rein-gewinn von fünf Millionen Gulden einträgt. Das Metallwird durch Auswaschen der Erde in zirka 300 bis 400 ge-waltigen Gruben gewonnen, welches Geschäft fast ausschließ-lich die Chinesen besorgen. Ein Deckpassagier der „Emirne",den mir mein Reisegefährte aus Mecklenburg als alten Be-kannten vorstellte, ein reicher Chinese, hat die Reislieferungfür die Zinnarbeiter auf Bangka von der holländischen Regierungübernommen und schickt jährlich 148,000 Pikul (L 125 Pfund)dieses wichtigeil Nahrungsmittels dorthin, wofür ihm dieKleinigkeit von 1,036,000 Gulden ausbezahlt wird, nämlich7 Gulden per Pikul, ein Preis, der übrigens so niedrig ist,daß die Regierung, wollte sie den Reiseinkauf selbst besorgen,ihn bedeutend überschreiten würde. Die chinesischen Händlerbegnügen sich mit dem minimsten Benefiz und deshalb ist ihreKonkurrenz den europäischen Kaufleuten so gefährlich.
Abends brachte mir der Elsässer, unter dein Siegel größterVerschwiegenheit und als Gegenleistung mein Zigarrenetuileerend, die frohe Kunde, daß der Dampfkessel nun glücklicheinen Riß habe und der „vaxour" zum „lätzen Loch" Hinaus-ströme; nun habe man gar keine Pression mehr und kommejetzt erst recht nicht mehr von der Stelle. Wirklich warfenwir denn auch die Anker aus und blieben die ganze Nachtruhig liegen, und das Hämmern und Klopfen im Maschinen-