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Briefe aus dem Fernen Osten / von Dr. E. Haffter
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166
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Reis als Nahrungsmittel.

räume am lecken Kessel war das einzige Geräusch, welchesdie nächtliche Stille störte.

Den folgenden Tag war ich wieder vor Sonnenaufgangauf Deck; kein Lüftchen wehte; in der Natur herrschte gänzlicheRuhe, und ich glaubte, vorn nahe gelegenen Urwalde herdas Kreischen der Affen zu hören. Bald nahm unser Schiffseinen Kurs wieder auf und zwar zu meiner Überraschunginit der vermehrten Geschwindigkeit von acht Meilen perStunde.

Meine besondere Bewunderung erregten die durchwegsfamosen Zähne der auf dem Schiffe anwesenden Orientalenarmer Klasse. Der Kontrast mit den schlechten Gebissen derEuropäer ist ein auffallender. Da ist keine Ausmauerungkariöser Höhlen zu sehen, keine Zähne, die nachts in Wassergelegt werden müssen. Die einfache und ausschließliche Reis-diät ist vielleicht den Kauwerkzeugen zuträglicher als unserekomplizierten europäischen Menüs. Von der Bedeutungdes Reises als Nahrungsmittel kann man sich eine Vor-stellung machen, wenn man erfährt, daß 750 MillionenMenschen in China, Japan, Indien , auf dem inalayischenArchipel, in Persien, Arabien und Nordafrika fast ausschließ-lich von dieser Frucht leben. Der Nährwert ist kein sehrbedeutender, steht allerdings weit über demjenigen der Kar-toffel, aber beträchtlich hinter demjenigen unserer Zerealienzurück. Um dem Körper doch die zum Aufbau und zur Er-haltung notwendigen Nährstoffe zuzuführen, muß am Quan-tum nachgeholt werden, was die Qualität zu wenig bietet.1800 Gramm Reis sind notwendig, um den täglichen Bedarfeines ausgewachsenen Körpers an Stickstoff und Kohlenstoffzu decken, und beim Kinde, das noch wachsen soll, ist derVerbrauch ein relativ größerer. DerReisbauch" ist dennauch ein hervorragendes Charakteristikum der orientalischen