Opiumbudcn.
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Dort liegen auch Weiber in berauschtem Zustande undzeigen das Bild menschlicher Verkommenheit in abstoßendsterund widerlichster Form.
Mehrere gleich große und ebensalls bis aus den letztenPlatz mit Rauchern besetzte Lokale schließen sich an das be-schriebene an. Überall dieselbe brustbeklemmende, schmutzig-dicke Atmosphäre, überall Menschen, die nach dem verführer-ischen Gifte haschen und sich beeilen, ihren körperlichen undgeistigen Ruin herbeizuführen.
Ein alter Gewohnheitsraucher, dessen Frau opiumtrunkenund schnarchend an seiner Seite lag, präparierte seine Pfeifeund streckte mir das durch Schmutz und eingedickten Speichelklebrige Instrument entgegen mit der freundlichen Aufforderung,das Ding auch zu probieren. Ich lehnte verbindlich dankend abtind sah mich nach einem Spucknaps um (was übrigens unnötigwar, denn das ganze Lokal verdiente keinen andern Namen).
Es sind allerdings extreme Bilder, die ich hier gezeichnethabe; aber ich sah solche in den Opiumbuden Batavias undnachher in China zu Dutzenden. Daneben muß ich nunfreilich daran erinnern, daß Hunderttausende während JahrenOpium in relativ mäßigen Ouantitüten rauchen, ohne ander Gesundheit einen augenfälligen Schaden zu nehmen, eswäre denn das Unvermögen, ohne eine Dosis Opium eineirgendwie bedeutendere körperliche oder geistige Leistung voll-führen zu können. Dasselbe Verhältnis — nur in höhererPotenz — wie beim Alkoholismus! Wer denselben in dergeringsten und traurigsten Form in einer Schnapswinkel-kneipe sieht, täte Unrecht, nicht daran zu denken, wie viellausend Menschen der Alkohol, in bescheidener Ouanlitätgenossen, ein wohltätiges Genußmittel ist. Hier wie beimOpium ist es die Un Mäßigkeit, welche das Verderbenbringt und den Menschen unter das Tier herabwürdigt.