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Aus den Briefen hervorragender Schweizer Ärzte des 17. Jahrhunderts / von Dr. Conrad Brunner in Münsterlingen und Dr. Wilhelm v. Muralt in Zürich ; herausgegeben durch die Stiftung von Schnyder von Wartensee
Entstehung
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Es ist amüsant, in Muralts Vorrede zn seinemEydgnössischen Lust-garten zu lesen, wie er Bauhin als desFürsten aller Botanicorum ge-denkt, wie er im naiven Stil der Zeit seine botanischen Wanderungen durchalle Gauen und Berge Helvetiens schildert. Interessant ist die primitivePflanzen-Anatomie und Physiologie und die Ordnung der Flora nach denMonaten, in denen die Pflanzen wachsen. Annehmbar sind schon die Holz-schnitte der Pflanzenbilder.

Hochgeschätzt im Urteil aller, die es zu würdigen verstanden,ist Werfers Abhandlung über den Wasser-Schierling. Ihre Be-deutung fällt aber mehr ins Gebiet der Pharmakologie und Toxi-kologie und ist dort zu besprechen.

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Mit dem Aufschwung der Naturwissenschaften, mit derKenntnis wichtiger allgemeiner Naturerscheinungen und Natur-gesetze gelangte auch die Forschungsmethode in der Medizin aufneue Bahnen und zu wissenschaftlicher Vervollkommnung.

Harveys herkulische Tat, die Entdeckung des Blutkreislaufes,bildete den Ausgangspunkt einer neuen Ära der Medizin. Sie be-dingte eine rapide Entwicklung der Physiologie und brachte dieanatomische Forschung in neuen Fluß. Marcello Malpighi , Professorzu Bologna , wurde zum Begründer der mikroskopischen Anatomie,und nun ging es an ein Hineinleuchten in alle verborgensten Winkeldes menschlichen Körpers. Was dem bloßen Auge sich nicht offen-barte, mußte dem Mikroskop sich enthüllen. Man studierte diefeinere Struktur der verschiedenen Organe, die Beschaffenheit derMuskelsubstanz, den röhrigen Bau der Knochen, die Schichten deräußeren Haut, den Bau der Lunge, Niere, Milz und Leber.Omnestotius corporis recessus et latebrae reconditissimae tanto acuminepervestigatae fuerunt, ut quae oculos fugerunt nudos, microsco-piorum ope detecta fuerint atque revelata, so schreibt der mittendrin stehende, mitforschende und entdeckende Johann Conrad Brunner in seiner Schrift über die Glandulae duodeni, die unsspäter mehr beschäftigen wird.Aber, fügt er gleich hinzu,demfleißigen Naturforscher wird nach vielen Jahrhunderten die Ge-legenheit, Neues hinzuzufügen, nicht verschlossen sein 1 ).

*)At industrio naturae contemplatori vel post mille nato secula occa-sionem aliquid novi adjiciendi non praeclusam fore, sapiontissimus Seneca dudutnpraesagiit. 1. c. pag . 6.