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Aus den Briefen hervorragender Schweizer Ärzte des 17. Jahrhunderts / von Dr. Conrad Brunner in Münsterlingen und Dr. Wilhelm v. Muralt in Zürich ; herausgegeben durch die Stiftung von Schnyder von Wartensee
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Aus Brunners Briefen.

Ergänzungen zur Biographie. Seine Verdienste um die Heidelberger

Universität.

In der Briefsammlung Wepfers sind 59 Briefe seines Schwieger-sohns Brunner enthalten; fast alle in lateinischer Sprache 1 ).Wenige Briefe sind in Muralts Sammlung. Die Korrespondenz mitWepfer erstreckt sich über die Jahre 1676 bis 1693, stammt alsonoch aus der Studienzeit Brunners und erstreckt sich bis in dieJahre der akademischen Wirksamkeit in Heidelberg . Wir reprodu-zieren hier in extenso nur einen kleinen Teil und besonders Briefeaus der letztbezeichneten Phase.

Die ersten Nachrichten kommen aus Straßburg , wo Brunner,wie Scheuchzers Biographie uns sagt, von 1670 bis 1674 studierte.Da rapportiert der strebsame junge Student an Wepfer über inter-essante Fälle, die er gesehen, hauptsächlich aber über wichtigepathologisch-anatomische Beobachtungen und Sektionen, denen erbeiwohnte. In einem Schreiben vom 4. April 1672 gibt er Nach-richt von dem eben absolvierten Doktorexamen und beschreibt dieMißgeburt, welche Gegenstand seiner Doktordissertation war.Wepfer, der, wie wir wissen, ebenfalls in Straßburg studiert hatte,wies offenbar seinen Schutzbefohlenen hieher, wo zu dieser Zeit dieAnatomie unter Albert Sebizius einen tüchtigen Vertreter gefundenhatte.

1674 finden wir Brunner in Paris . Ein Brief vom 12. Februar,den wir wiedergeben, gibt uns Einblick in die dortigen Studien-erlebnisse. Schon lernen wir ihn als physiologischen Experimen-tator kennen. Wie Peyer so hat auch er an den berühmten Ana-tomen Duverney sich angeschlossen, dessen Bedeutung als Forscherund Lehrer der Anatomie schon im I. Teil gewürdigt wurde, undvon dem wir in Peyers Biographie mehr hören werden. Es ent-wickelte sich zwischen Lehrer und Schüler ein wahres Freund-schaftsverhältnis. Als Brunner in Leyden war, suchte ihn Du-verney zu bewegen, wieder zu ihm nach Paris zurückzukehren 2 ).

*) Brunners Schrift ist stellenweise, wie wir uns überzeugten und der Über-setzer Dr. Walter Frey mitteilt, derarträtselhaft, daß man fast verzweifelnkönne. Selbst Wepfer scheint es beim Entziffern der Briefe so ergangen zu sein,wie man aus den von seiner Hand herrührenden Verbesserungen der BuchstabenBrunners schließen möchte.

J ) S. Aepli nach ihm vorliegenden Briefen Duverneys.