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Aus den Briefen hervorragender Schweizer Ärzte des 17. Jahrhunderts / von Dr. Conrad Brunner in Münsterlingen und Dr. Wilhelm v. Muralt in Zürich ; herausgegeben durch die Stiftung von Schnyder von Wartensee
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Von Leyden ging Muralt in Begleitung von Dr. Sampson,einem Engländer, nach London , all wo erin der Gelehrten Gesell-schaft aufgenohmen, von den Crystallen eine Dissertation, die her-nach zu Genf gedruckt worden, gehalten 1 ). Dann wurde er vonseinen Eltern befohlen, nach Oxford zu reisen, woselbst er dieköniglichen Collegia frequentierte, mit dengelehrtesten Pro-fessoribus konferierte und die schönen Bibliotheken fast täglichbesuchte. Nach verflossenen anderthalb Jahren schiffte er nachFrankreich hinüber und begab sich in Begleitung des BaslersDr. Eglinger 2 ) nach Paris . Hier besuchte er die VorlesungenMauriceaus, des bedeutendsten französischen Geburtshelfers dieserZeit, arbeitete sich, oft selbst operierend, in dieHebammen-kunst hinein, nahm sein Logement beim königlichen LeibarztOayant,professeur de lanatomie, praktizierte in den SpitälernSt-Juliette und Basilisse und hatte Gelegenheit,in Prcsentz Ihrerköniglichen Majestät und viel anderer bey Hof etliche Thiere zuanatomieren.

Wenn wir oben bemerkten, daß der junge Student in Leyden schon physiologische Versuche anstellte, so vernehmen wir weitermit Erstaunen, daß er zu dieser Zeit auch schon literarisch sich be-tätigte und das selbständige experimentelle Forschen in Mont-pellier, wohin er nach Paris sich wandte, in intensiver und sehrergiebiger Weise fortsetzte. Er erhielt an dieser Universität vomStadtkommandanten die Erlaubnis,in Theatro Anatomico spec-tantibus Professoribus et studiosis alle Sectiones zu thun, auchden königlichen Garten zu cultiviren und in Botanicis zu insti-tuiren. Die Ergebnisse seiner hier gemachten anatomischenBeobachtungen und Experimente gab er in einer Schrift heraus:Exercitatio anatomica de experimentis novissime factis. Mons-pelii die 12 Octobris Anni 1670. Es waren für jene Zeit wichtigeVersuche, die er da angestellt hatte, so unter anderem: Beobach-tungen über den Kreislauf an Katzenembryonen, Untersuchungenüber den Ursprung des Ductus thoracicus an Hunden, Nachweis,daß kein Chylus zur Leber gehe, usw.

x ) Wir halten uns hier an das vorn erwähnte autobiograpliisohe Manuskript.

2 ) Wohl der spätere Professor Niklaus Eglinger, der nacheinander alle dreimedizinischen Professuren an Basels Universität bekleidete. Nach Burckhardt(1. c. S. 191) war er kein Lumen; er wurde bald in den Schatten gestellt durch zweiviel bedeutendere Köpfe und energischere Naturen: J. J. Harder und TheodorZwinger II. Siehe diese im IV. Teil.