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Das Kloster St. Gallen
Bibliothek. Außer dem trefflichen Verzeichniß von Scherrer vgl. Weid-mann. Geschichte der Bibliothek von St. Gallen seit ihrer Gründung um dasJahr 830 bis auf 1841 (1641). Der älteste st. gallische Bücherkatalog aus derMitte des 9. Jahrh, nebst Zusätzen aus dem 9. und I». Jahrh, ist in Cod. 726erhalten; abgedruckt in Naumanns Serapeum 1. 81 ff. (1841) und bei Weid-mann S. 364 ff. Ueber St. Galler Bibliothekare das. 12 ff.
S. 23. Die irischen Mönche in St. Gallen . Vgl. H. Zimmer, über dieBedeutung des irischen Elements für die mittelalterliche Kultur in den Preuß.Jahrbüchern 59. 27 ff. (1887); F. Keller. Bilder und Schriftzüge in den irischenManuskripten der schweiz . Bibliotheken (Mitth. der Zürcher antiquar. GesellschaftBd. 7. Heft 3); Nahn. Gesch. der bildenden Künste S. 123 ff. Irische Mönchefinden wir auch in Rheinau (Find«») und auf der Reichen«». Gegen W. Scherersallzustarke Betonung Fulda 'scheu Einflusses auf St. Gallen in den Vortrügenund Aufsätzen S. 8l) vgl. Tümmlers Gesch. des ostfränkischen Reiches 2, 653.
S. 24. Otfried und St. Gallen . Paul Piper in seinen verschiedenenAlfried-Ausgaben behauptet geradezu, daß sich Otfried dreimal in St. Gallen befunden hätte, 823, 840 und 854. G. Meyer v. Knonau hat in den Forschungenzur deutschen Geschichte 19. 187 ff. diese willkürliche Annahme zurückgewiesen;dagegen Piper in Paul und Braunes Beiträgen 8, 248 ff. — Ueber Werinbertmeldet das St. Galler Totenbuch zum 24. Mai: »»Intus ^Vorinberti monavkiutgus prvshz'toi'j." Genau dazu stimmt die Angabe des Mönchs von St. Gallen im Eingang des zweiten Buches.
Ueber Walahfried Strabo vgl. den Abschnitt bei Ebert, allg. Gesch. derLit. des Mittelalters im Abendland 2. 145—166 (1880). — Die Widmung des„Hortulus" an Grimald begleitet Walahfried mit den Worten:
„Grimald, dieses Geschenk zum Beweise der treuen Gesinnung,
Strabo sendet es dir, dein Zögling, weisester Vater;
Doch sein ergebener Sinn nur allein kann Wert ihm verleihen.
Wenn im grünenden Gartengehege du wiederum sitzest,
So wie du ehedem oft unter schattigem Laubdach gesessen,
Unter des Pfirsichbaums vom Licht durchschimmerten Zweige»,
Während die fröhliche Schar der spielenden Knaben die Aepfel,
Glänzende, mit dem zartesten Flaum überkleidete, sanimelt
Und, mit den Flächen der Hand die gewaltigen Aepfel umschließend,
Sich um die Wette bemüht, sie ganz in der Höhlung zu bergen:
Dann soll dies, verehrtester Vater, dich meiner gemahnen.
Wenn, was Liebe dir schenkt, du liesest, so bitte ich dringend,
Schneide das Schlechte heraus, was gut ist, mache noch besser!
Dich aber schmücke der Herr mit der Tugend ewiger Blüte!
Möge dereinst des Lebens nimmer verwelkende Palme
Gnädig der Vater, der Sohn und der heilige Geist dir bescheren!"
Vgl. das Einsiedler Programm: Wie man vor tausend Jahren lehrte und lernte(1857). Walasried Strabo über deutsche Sprache, Zeitschr. f. d. A. 25, 99. SeineGrabschrift a. a. O. 19, 113.
S. 25. Ueber Hermann Contractus vgl. Hansjakob, Herimann derLahme (1875). Der Reichenaner Büchcrkatalog bei Neugart Episc. Const. 1,536 ff. Vgl. auch Freiburger Diöcesanarchiv 4, 268 ff.