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Mengen von Chlorkalk und Ätznatron in den Handel, was auch daraushervorgeht, daß die Ausfuhr von Chlorkalk von 3772 g im genanntenJahr auf 12,753 4 im Jahr 1900 hinaufschnellte.
Endlich ist noch das Calcium carbid zu erwähnen. Die Alu-miniumfabrik Neuhausen beschäftigte sich seit 1894 mit der Darstellung diesesArtikels. Im Jahr der schweizerischen Landesausstellung in Gens kamdas Produkt der Neuhauser Fabrik bereits in größerem Maßstab in denHandel und nun entstand der Reihe nach eine ganze Anzahl von Fabriken,deren Produktionssähigkeit aus 15,000 elektrische Pferdestärken oder diegleiche Zahl an Tonnen Carbid angesetzt werden kann. Dem steht einJahresverbrauch unseres Landes von 800—1000 Tonnen in den beidenletzten Jahren gegenüber. Die Situation dieser Industrie, welche circa300 Arbeiter beschäftigt, läßt sich am besten damit illustriren, daß derPreis des Calciumcarbids in Europa von 600—800 Fr. pro Tonneim Jahr 1896, auf 200 Fr. im Jahr 1901 gesunken ist.
Der Industrie der künstlichen Farbstoffe hat sich dieSchweiz von Anfang an mit voller Energie angenommen. Kaum warendie Produkte der ersten englischen Teerfarbenfabrik in den Handel ge-kommen, als im darauf folgenden Jahr (1859) eine Basier Fabrik zuder Fabrikation von Teerfarbcn überging. Basel war wie gemacht fürden Hauptsitz dieser Industrie. Mitten in einem bedeutenden Absatzgebietgelegen, kam ihr die Lage auch hinsichtlich des Bezugs von Kohlen undRohstoffen zu gut. Hat auch die Gesamtzahl der Fabriken nicht starkgeschwankt und die Zahl 9 nie überschritten, so steigerten sich doch Mengeund Wert der Fabrikation von künstlichem Farbstoff von Jahr zu Jahrmit Ausnahme der Periode von 1884—88, welche infolge des Eingehensder Fabrikation von künstlichem Alizarin einen Stillstand der Produktionbedeuten. In neuerer Zeit hat die Herstellung von Indigo aus Anilindieser Exportindustrie, von deren Erzeugnissen höchstens 7°/g im Inlandsverbraucht werden, wiederum einen Impuls gegeben. Ihr Exportwert,der sich seit 1885 mehr als verdoppelt hat, beträgt heute über 15 Mil-lionen, die dabei beschäftigte Arbeiterzahl circa 1400.
Bei den Mahrttttgsmiltelgeiverörtt hat die Erhöhung der Lebens-haltung, die Verbreiterung der Konsnmentenschichten, die Bezugs- undVersandtserleichternng verbunden mit den Fortschritten der Wissenschaftund Technik und der Konzentration der Bevölkerung einen radikalenUmschwung hervorgerufen, welcher einerseits im Übergang zum Groß-betrieb und anderseits in der Spezialisirung zum Ausdruck kam. Dader Einfluß dieser Fortschritte auf die Milchverarbeitung beim Abschnitt