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Die Schweiz als Industriestaat / von Dr. Emil Hofmann, Nationalrat in Frauenfeld
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Landwirtschaft dargestellt werden soll, bleiben hier nur Müllerei, Teig-warenfabrikation, Bierbrauerei, Confiserie und Chocoladenfabrikation zubehandeln übrig.

Die Merörauerei wurde bis anfangs der vierziger Jahre fastausschließlich in ganz kleinen Geschäften als Handwerk betrieben. Diewenigen größer» Brauereien, die damals entstanden, erfreuten sich keinerrechten Prosperität. Unter dem Einfluß teurer Preise begann dann inden fünfziger Jahren mit der starken Zunahme der Einfuhr fremdenBiers das einheimische Braugewerbe zu einem eigentlichen Industriezweigsich auszubilden, in dem der Übergang zum Großbetrieb sehr rasch undstark zur Geltung kommt, wie aus bestehender Tabelle ersichtlich ist.

Jahr:

Brauereien:

Produktion:

Einfuhr

U1

1840

30

00,000

1867

280,000

57,000

1883

423 .

996,000

55,912

1890

293

1-702,559

63,049

1900

245,

2-166,372

84,731

Der technische Entwicklungsgang der Müllerei zeigt einen ehren-vollen Anteil unseres Landes an den Fortschritten der Müllerei über-haupt. Noch in den vierziger Jahren war die Mehrzahl unserer größer»Mühlen nach demdeutschen System" eingerichtet. Neben diesem arbeiteteseit Ende der zwanziger Jahre ein anderes, schweizerischer Erfindungentstammendes Mahlverfahreu, dieWalzmüllerei". Anfangs der fünf-ziger Jahre brachte die Einführung desfranzösischen Mahlverfahrens"eine entschiedene Wendung in der schweizerischen Müllerei. Gleichzeitigmachte auch die Walzmüllerei bedeutende Fortschritte. Anfänglich verhieltsich die schweizerische Müllerei den Neuerungen gegenüber reservirt. Alleinschon nach wenigen Jahren war die wichtige Wandlung überall vollzogenund stand die schweizerische Müllerei technisch rasch auf der Höhe derZeit. Eine nach der andern der sog. Kundenmühlen ging ein, die Waffenvor dem immer intensiver sich entwickelnden Großbetrieb streckend.

ZLigwaren werden bei uns erst seit den dreißiger Jahren des19. Jahrhunderts aus mechanischem Wege fabrizirt. Die ersten Fabrikenwaren, wie überall zu damaliger Zeit, sehr klein und mit den primitivstenMaschinen ausgerüstet. In den fünfziger Jahren zählen wir schon 13Fabriken, darunter ein Etablissement mit einer Produktion von 3040 <4täglich, wovon der größte Teil nach überseeischen Plätzen versandt wurde.Mit den Jahren wuchs der Verbrauch des Artikels und steigerte sich die