Buch 
Die Schweiz als Industriestaat / von Dr. Emil Hofmann, Nationalrat in Frauenfeld
Entstehung
Seite
46
JPEG-Download
 

46

Seit dem Jahre 1885, von dem an die schweizerische Warenverkehrs-statistik frisches Obst nur noch mit frischen genießbaren Beeren zusammen-gewürfelt aufführt, betrug der Wert des aus der Schweiz ausgeführtenObstes im Minimum Fr. 675,000, im Maximum, welches auf dasJahr 1898 fällt, 7, zog Millionen Franken. Im Mittel der Jahre18921898 stand einem Ausfuhrwert von Fr. 2-722,000 ein Einfuhr-wert von Fr. 1-614,000 gegenüber.

In welcher Weise die Einfuhr von gedörrtem Obst von der ein-heimischen Obsternte beeinflußt wurde, erhellt aus nachfolgender Auf-

stellung. Dieselbe betrug im

Jahre:

9

Fr.

1885

22,302

1-159,704

1890

11,561

670,588

1895

31,269

1-241,230

1897

46,873

2-406,205

1898

39,079

1-302,754

1899

37,393

1-568,705

190tt

24,388

1-133,467

1901

27,900

1-296,792

Der Durchschnittswert

der Jahreseinfuhr

von 18921898 belief

sich auf Fr. 1-634,000, während der Ausfuhrwert im Durchschnitt indieser Periode Fr. 186,000 betrug.

Der Weinbau endlich ist gleichfalls zu gunsten der Graswirtschaftzurückgetreten. Zollverhältnisse, ausländische Konkurrenz, Mißjahre,Krankheiten des Weinstockes und Veränderung der Geschmacksrichtungnebst einer Anzahl anderer Momente, worunter namentlich auch erhöhteLohnansprüche der Rebcnarbeiter, haben eine wesentliche Abnahme desNebareals herbeigeführt. Dieselbe hat frühe begonnen. Schon im Jahre1844 gibt der Bericht der eidgenössischen Expertenkommission in Handels-sachen über die Handelsverhältnisse der Schweiz zum Auslande zu, daßder Wert des Reblandcs im Osten und Norden der Schweiz erheblichgesunken sei.Jene Gegenden verkauften ihren Wein vormals haupt-sächlich nach Baden und Württemberg , das st. gallische Rheintal nachVorarlberg . Durch die österreichischen Zölle ist die Lage des WeinbauendenRheintals sehr verschlimmert worden, während der Abschluß des deutschen Zollvereins den Absatz zürcherischer, schaffhausischer, aargauischer und thur-gauischer Weine in jene Gegenden verringerte."

Immerhin wurde der Wert der gesamten schweizerischen Wein-produktion damals auf circa 18 Millionen Franken berechnet. Mitteder achtziger Jahre wurde das Rebareal der ganzen Schweiz auf