52
Verkehr einzelner Städle und Ortschaften (Zahl der Reisenden):
1901:
1900:
1899:
3,645
3,443
3,416
3,416
3,333
3,168
2,513
2,537
2,537
933
859
888
680
679
599
657
613
590
Wintcrchur . .
624
614
606
St. Gallen . .
478
1,000
958
Chaux-de-Fonds
401
434
387
Viel ....
356
894
376
5. Die Verschickung der Sevölkerung.
Die im Vorangegangenen skizzirte Produktionsvervollkommnung istdie Ursache der Bevölkernngsvermehrung und der Bevölkerungsverschiebungin unserm Lande.
Ist es ja eine feststehende Tatsache, daß die Dichtigkeit der gesamtenBevölkerung eines Landes regelmäßig außer Verhältnis zur Zahl derMenschen steht, welche in der Bodenkultur tätig sind und in stärkeremGrade zuzunehmen pflegt als diejenige der Ackerbau treibenden Bewohner.Während die räumlich begrenzte Bodenkultur überhaupt nur einem ver-hältnismäßig geringen Teil der Bewohner die Bedingungen dauerndlohnenden Erwerbs gewähren kann, ist der Gewerbefleiß zu einer aus-gedehntem Steigerung des Einkommens fähig. Für die Schweiz trifftdies auch besonders deshalb in besondern: Maße zu, weil in der vonuns zu behandelnden Zeit die aus dem Sölduerweseu entspringendeEinnahmequelle zu versiegen begann. Wie reichlich diese Quelle floß,dürfte unter andern: daraus hervorgehen, daß in den Jahren 1740 bis1750 nur die von Frankreich bezahlten bloßen Werbegelder jährlich etwa600,000 Livres betragen haben. Für diese schuf die Industrie Ersatzund für den Bevölkerungsüberschuß Arbeit und ist die Zeit der Hemmungdes Söldnerdienstes nicht ganz zufällig die Epoche eines höher:: Auf-schwungs der Industrie.
Die Konzentration der Bevölkerung durch die Industrie machte sichbei uns infolge der eigentümlichen Gruppirung dieser an den Wasser-läufen etwas später und langsaurer bemerkbar. Die Schweiz hat ganzeJndustriedörfer und Judustrietäler, Jndustriekantone; sie selbst ist einIndustrieland pur exesllsnes, aber sie hat keine Industriestädte, weilsie keine Darnpfmaschinenindustrie und lokal an Wasserkraft gebunden ist.