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Die Schweiz als Industriestaat / von Dr. Emil Hofmann, Nationalrat in Frauenfeld
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Das alles bestätigt die auch sonst gemachte Wahrnehmung, daß diegroße Mehrzahl der Auswanderer keineswegs der ganz unbemitteltenKlasse der Bevölkerung angehört. Die meisten derselben suchen in derFremde höheren Lohn, leichtern Erwerb und angemessenere Verwertungihrer geistigen und körperlichen oder ihrer finanziellen Kräfte.

e) Die Einwanderung.

Daher ist die Stelle, welche sie verlassen, in sehr vielen Fällen fürmanchen Ausländer ein erstrebenswertes Ziel, bei dessen Erreichung ersich im Vergleich mit seinem frühern Leben glücklich preist. Immerhinist unsere Auswanderung regelmäßig größer als die Einwanderung.Würden die Fremden die auswandernden Schweizer völlig ersetzen, müßtedieFremdenfrage" noch viel ernster und schwieriger sein, als sie esheute schon ist, wo der starke Prozentsatz auswärtiger Staatsangehöriger-unter unserer Wohnbevölkerung die Behörden und die öffentliche Dis-kussion lebhaft beschäftigt.

Übrigens ist das eine ziemlich alte Erscheinung. Schon die schwei-zerische Volkszählung von 1837 ermittelte 56,340 auf schweizerischemGebiet niedergelassene oder längere Zeit sich aufhaltende Ausländer.Die Zahl von beinahe 3 o/g Fremden unter der schweizerischen Be-völkerung wurde damals damit erklärt, daß das nördliche Italien undSavoyen eine Menge Taglöhncr, Bedienten, Handwerker und Krämerin die Kantone Dessin, Wallis , Genf und Waadt verschicke und dasnämliche von Vorarlberg , Tirol, Baden, Württemberg und Baiern w.in Bezug auf Basel , Bern , Zürich u. a. geschehe. Im Jahr 1870 warder Anteil der Ausländer an der Wohnbevölkerung unseres Landes auf5,7 °/o gestiegen, um sich bis zur letzten Volkszählung mehr als zu ver-doppeln. Gewiß sind es in erster Linie die Städte und namentlich die

an der Grenze gelegenen, welche diese fremden Gäste aufnehmen und in

denen zum

Teil die Ausländer

ein geradezu beängstigendes Kontingent

der Wohnbevölkerung zu bilden

beginnen,

wie aus folgender Tabelle

hervorgeht:

Gemeinden

Ortsanwesende

Bevölkerung:

Davon

Ausländer:

Aus 1000 Personen der orts-anwescndcn Bevölkerungkommen Ausländer:

Zürich . .

, . 150,922

43,944

291,.,

Basel . . .

109,754

42,185

384

Schaffhansen

15,399

4,424

287,2

St. Gallen

33,541

9,191

274,o

Bellinzona .

4,966

1,981

398, g