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in den sechziger Jahren das zahlenmäßige Übergewicht über die Gesamt-heit der andern Berufe, das sie damals besessen, verloren.
Im Jahr 1870 war der Anteil der Landwirtschaft an derGesamtzahl der Personen bekannten Berufs auf 45 1880 auf
41 °/o und 1888 auf 40 "/<, hinabgesunken. Trotz des Wachstumsder Bevölkerung zeigt somit die Zahl der aktiv bei der Landwirtschaftals Hauptberuf Beteiligten eine beständige Abnahme. Von 548,271Personen im Jahr 1870 ist sie auf 483,033 im Jahr 1888 herab-gesunken.
Zunächst verlangsamte sich das Marschtempo der Zunahme der land-wirtschaftlichen Bevölkerung, indem dieselbe von 1870—1880 bloß nochdurchschnittlich 0,z per Jahr betrug. Dann trat die Periode derAbnahme ein. Zwischen 1880 und 1888 ist sie im Jahresdurchschnittum 2,g "/tzo zurückgegangen. Daß hierin kein Stillstand eintrat, zeigendie vorläufigen Ergebnisse der letzten Volkszählung.
Allerdings haften dieser Feststellung der landwirtschaftlichen Ver-hältnisse gewisse Mangel in besonderem Grade an. Der eine dieserMangel, nämlich die bloße Erhebung des Hauptberufes, macht sich nachzwei Richtungen in sehr bedauerlichem Maße fühlbar. Personen, dieneben der Landwirtschaft noch einen andern Beruf betreiben, den sie alsihren Hauptberuf betrachten, oder doch angeben, bleiben dadurch bei derZählung der landwirtschaftlichen Bevölkerung ganz außer Berücksichtigung.Diese Vernachlässigung der Nebenberufe läßt die Verhältnisse der land-wirtschaftlichen Bevölkerung auch noch in anderer Richtung ungenügendfeststellen. Die landwirtschaftliche Bevölkerung kann in ihrer wirtschaft-lichen Lage ganz davon beeinflußt werden, ob ihr, namentlich in derarbeitsfreien Winterszeit, durch passende Hausindustrien Beschäftigung ge-boten wird. Ferner ist nicht zu vergessen, daß es sich bei der Beurteilungdes Einflusses der verschiedenen Produktionszweige nicht allein um dieZahl der in solchen beschäftigten Menschen, als vielmehr um derenErwerbskraft handelt. Dies muß aber nicht allein aus dem numerischenErgebnisse, sondern auch aus der Summe der geistigen und materiellenHilfsmittel der Produzenten beurteilt werden.
Aber auch in Berücksichtigung dieses Vorbehalts zeigt sich doch einenicht unwesentliche Verschiebung zu Ungunsten der Landwirtschaft. DieStufe, auf welcher die berufliche Gliederung der Schweiz im Vergleichmit andern Ländern angelangt ist, mag aus folgender Zusammenstellungersehen werden: